FFC Oldesloe

Die Spielzeit 2013/14 – Allgemeines

 

Donnerstag, 23. Januar 2014

Rasante Karriere: In vier Jahren fast bis zur Spitze

Schiedsrichterin Susann Kunkel leitet erst seit 2009 Fußballspiele und hat in kürzester Zeit den Sprung bis in die oberste Leistungsklasse des Landes geschafft

Susann Kunkel, die einzige weibliche Kandidatin bei der Wahl zum Schiedsrichter des Jahres 2013, hat eine wirklich rasante Schiedsrichterkarriere vorzuweisen. Die 30-jährige Polizeibeamtin greift erst seit Anfang 2009 für den FFC Oldesloe zur Pfeife und hat in nur vier Jahren den Sprung bis fast ganz oben geschafft.

Im Sommer 2011 wurde Kunkel bereits in die oberste SHFV-Leistungsklasse (LK 1) aufgenommen und hat seitdem 30 SH-Liga-Spiele souverän geleitet, zehn davon alleine im vergangenen Jahr. Hinzu kamen in 2013 Einsätze als Assistentin in der Herren-Regionalliga, was bislang nur sehr wenigen Frauen gelungen ist.

Mindestens genauso eindrucksvoll ist ihr Weg in den Frauenspielklassen auf NFV- und DFB-Ebene. Bereits in ihrer ersten kompletten Spielserie 2009/10 kam sie als Schiedsrichterin in der Frauen-Regionalliga zum Einsatz. In der Saison 2010/11 wurde sie als Assistentin in der 2. Frauen-Bundesliga eingesetzt und nur ein Jahr später in derselben Funktion in der 1. Bundesliga. Seit Sommer 2012 leitet Kunkel nunmehr als Schiedsrichterin Spiele in der 2. Bundesliga, in der sie einst selbst für den FFC Oldesloe spielte. In ihrer ersten Saison als Unparteiische gehörte Susann Kunkel gleich zu den bundesweit Besten in dieser Spielklasse und verpasste in 2013 nur knapp den Aufstieg in die 1. Liga.

Quasi nebenbei ist sie seit Mai 2011 Beisitzerin im SHFV-Schiedsrichterausschuss, vertritt dort die Interessen des Frauen-/Mädchenbereichs und kümmert sich intensiv um die Förderung talentierter Nachwuchsschiedsrichterinnen. In ähnlicher Weise ist die Stormarnerin noch bei ihrem Heimatverein aktiv. Sie unterstützt beim FFC Oldesloe das Trainerteam und absolviert aktuell auch die Trainerausbildung zum Erwerb der DFB-C-Lizenz. Im Zuge dessen wurde sie 2013 durch den SHFV und E.ON Hanse mit dem E.ON-Hanse-Trainer-Stipendium ausgezeichnet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.1.2014

 

Dienstag, 18. März 2014

Frauenfußball in Bad Oldesloe vor der Fusion?

ing. – In Schleswig-Holsteins einstiger Hochburg in Sachen Frauenfußball kündigt sich eine überraschende Entwicklung zurück zu den Ursprüngen an: Wie die „Lübecker Nachrichten“ erfahren haben, befinden sich der ehemalige Zweitligist FFC Oldesloe und sein einstiger „Mutterverein“ VfL Oldesloe in konkreten Gesprächen über eine gemeinsame Zukunft.

Was jahrelang undenkbar schien, nachdem sich im Jahr 2000 die damaligen VfL-Mädchen vom Verein abgewandt hatten und mit ihren Eltern den FFC Oldesloe gründeten, nimmt nun offenbar konkrete Formen an. „Da könnte 'was dran sein“, bestätigte VfL-Vereinschef Detlef Rädisch auf LN-Anfrage entsprechende Überlegungen. Heute Abend trifft er sich mit seinen Vorstandskollegen, „dann kommen alle denkbaren Konstrukte auf den Tisch.“ Zudem sei zu prüfen, welche Form der Zusammenarbeit mit den Regularien des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes vereinbar wäre. „Wir befürworten alles, was den Sport in diesem Bereich befördert“, so Rädisch. Morgen soll es zudem ein Gespräch auf sportlicher Ebene geben.

Die VfL-Fußballerinnen spielen mit der ersten Mannschaft in der Verbandsliga, der FFC kämpft in der ersten Saison nach dem Abstieg aus der 2. Liga und dem freiwilligen Verzicht auf das Regionalliga-Startrecht mit der verbliebenen Mannschaft um den SH-Liga-Klassenerhalt, reiste am Sonntag mit nur zehn Spielern zum Punktspiel bei Holstein Kiel II (0:3).

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 18.3.2014

 

Mittwoch, 19. März 2014

FFC will zurück in den VfL Oldesloe

ing. – Zwei Klubs, eine Stadt, und künftig wieder ein Ziel: Mit Beginn der kommenden Saison 2014/15 wollen der FFC Oldesloe und der VfL Oldesloe im Frauenfußball gemeinsame Sache machen. 14 Jahre nach Gründung des FFC durch damals unzufriedene VfLer haben sich die Verantwortlichen beider Klubs auf eine Wiedervereinigung verständigt. Das teilten beide Vereine gestern in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Noch vor Ostern sollen die Mitglieder des im Jahr 2000 gegründeten FFC ihre Zustimmung zur (Wieder-)Eingliederung in den VfL Oldesloe, Abteilung Frauenfußball, geben. Von den in besten Zeiten 170 Mitgliedern sind aktuell noch knapp 100 im Verein, 75 Prozent von ihnen müssen den Plänen auf der noch nicht genau terminierten außerordentlichen Mitgliederversammlung zustimmen.

Der 3. Vorsitzende des FFC, Ingo Rickert, spricht von einem „Zusammenschluss der Vernunft“. Die Gräben der Vergangenheit seien zugeschüttet. Bemerkenswert: Die Fusionsgespräche hatte mit Wolfgang Dibbern jener ehemalige VfL-Trainer voran gebracht, der vor 14 Jahren keine Perspektive mehr im größten Klub der Stadt sah, die Gründung des FFC maßgeblich betrieb und bis 2006 zu dessen Vorstand zählte,

„Damals war der Eindruck, dass der VfL nur auf Breitensport setzt und Frauenfußball nicht ernst nimmt. Aber jetzt ist das anders“, sagt Michael Franke, Jugendabteilungsleiter des FFC, der wie Rickert und VfL-Vereinschef Detlef Rädisch die bundesweit rückläufigen Zahlen im Frauen- und Mädchenfußball vor Augen hat und „deshalb jetzt agieren“ will, um“ bereit zu sein für die Zukunft“. Der FFC wird seine Startrechte in der Frauen- und B-Junioren-SH-Liga zum VfL mitnehmen, insgesamt sollen sieben Teams im Frauen- (2) und Mädchenbereich (5) gemeldet werden. Vorausgesetzt, der Großteil der FFC-Mitglieder geht den Weg mit.

Rickert spricht von der Fusion als „ultima ratio“. Weil die Bereitschaft, einen Ein-Sparten-Verein finanziell zu unterstützen, „sehr gering“ sei. Und weil es immer schwieriger werde, Ehrenamtler zu finden, die sich um alle Anforderungen kümmern, die an einen eigenständigen Verein gestellt werden. Im“ großen VfL“ würde vieles vom Gesamtverein übernommen, in der Abteilung könne man sich verstärkt um die sportlichen Aspekte kümmern. Eine Spielgemeinschaft beider Klubs habe man als Variante verworfen, so Franke. „Die sind oberhalb der SH-Liga nicht zulässig“, betont er und macht damit klar: Es soll in absehbarer Zeit wieder aufwärts gehen mit dem Frauenfußball in Bad Oldesloe.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 19.3.2014

 

FFC steht nach 14 Jahren vor dem Aus

Eingliederung in VfL Oldesloe geplant / Vorsitzende Völker: „Noch nichts entschieden“ / VfL-Boss Rädisch: „Sportliche Ziele über Rivalität stellen“

ssi/bjl. – Vor 14 Jahren fehlte es an der nötigen Wertschätzung innerhalb des VfL Oldesloe. Die Folge war, dass sich eine Handvoll Idealisten zusammen setzte, Ideen sammelte, eine Strategie für die Zukunft entwickelte und letztlich entschied, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Raus aus dem Schatten, rein ins Licht Es war die Zeit, in der Frauenfußball in Deutschland immer populärer wurde, der Nationalmannschaft um Birgit Prinz und Co. sei Dank. Ergebnis intensiver Arbeit einiger umtriebiger Verfechter des Frauenfußballs: Der Frauenfußballclub Oldesloe 2000 e.V. wurde aus der Taufe gehoben. Etwas mehr als ein Jahrzehnt später wird dieser Club nun wohl wieder von der Fußballlandkarte verschwinden.

Ab der kommenden Saison nämlich wollen der FFC und der VfL Oldesloe ihre Stärken bündeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Vereine. Gemeinsames Ziel sei der Weg in eine bessere Zukunft des Frauen- und Juniorinnenfußballs in der Region Bad Oldesloe durch Zusammenführung der Ressourcen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und sportlicher Kompetenz. So wolle man wieder eine Spitzenkraft in Schleswig-Holstein werden. Die Mitglieder beider Vereine seien bereits über das Vorhaben informiert worden, ebenso wie der Bürgermeister und der Bürgervorsteher Bad Oldesloes. Die Vereinbarung sei von den Vorständen beider Vereine schon unterschrieben worden.

„Ganz durch ist das aber noch nicht“, betont Anja Völker, Vorsitzende und Mitbegründerin des FFC Oldesloe: „Es gibt noch Details zu besprechen, und letztlich müssen, natürlich die Mitglieder überzeugt werden.“ Denn nur unter der Voraussetzung, dass 75 Prozent der Mitglieder des FFC am 25. April dem Vorhaben zustimmen, kommt es zum finalen Schritt. Der FFC wird aufgelöst. Ab dem 1. Juli soll dann der VfL Oldesloe den gesamten Sport- und Spielbetrieb des FFC Oldesloe übernehmen und die Mitglieder des FFC automatisch integrieren. Mit insgesamt sieben Mannschaften soll der Start in die Saison 2014/15 erfolgen. „Die Klasseneinteilung der Mannschaften soll beibehalten werden“, betont Detlef Rädisch, Vorsitzender des VfL Oldesloe.

Die Gründe für das Aus des FFC sind offensichtlich. Gerade die jüngere Vergangenheit habe gezeigt, dass die Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball bedenklich ist, sagt Völker. „Die Mitgliederzahlen sind rückläufig, der demographische Wandel ist nicht aufzuhalten.“ Völker, die aktuell aufgrund einer schweren Erkrankung nicht an der „Rolle rückwärts“ ihres Clubs mitwirken kann, hat in den vergangenen Jahren versucht, dem Trend entgegenzuwirken. Unter anderem war sie eine Kooperation mit dem VfB Lübeck eingegangen. Fruchtbar war diese nicht und wurde folgerichtig wieder gelöst. Nach dem im vergangenen Sommer folgenden Abstieg aus der 2. Bundesliga und dem schnell folgenden Rückzug aus der Regionalliga, einhergehend mit großem personellen Aderlass, ist der FFC mittlerweile auf dem letzten Tabellenplatz der SH-Liga angekommen.

Für nur noch eine kleine Gruppe von Mitgliedern den enormen organisatorischen Aufwand zu betreiben, sei kaum leistbar, so Völker. „Natürlich blutet mir das Herz bei dem Gedanken, dass es unseren Verein bald nicht mehr geben könnte“, sagt Völker, „aber unsere Arbeit war ja nicht umsonst. Wir haben viel erreicht und im Leben ist es nun einmal so, dass alles seine Zeit hat“. Detlef Rädisch zeigt sich in dieser Hinsicht mitfühlend. „Uns ist bewusst, dass man beim FFC Oldesloe ein Stück seiner Identität aufgibt und es auch kritische Stimmen gibt. Aber man sollte sportliche Erfolge und Ziele über die Rivalität stellen“, betont Rädisch: „Eine Eingliederung des FFC kann uns nur stärken.“

Optimistisch, dass die Wiedereingliederung in den Lokalrivalen, von dem sich der Club einst losgesagt hatte, der richtige Schritt sein dürfte, ist Völker ob der Tatsache, dass die Wahrnehmung des Frauen- und Mädchenfußballs mittlerweile eine andere ist „Wir erfahren eine ganz andere Wertschätzung. Die Verantwortlichen im VfL haben eine ganz andere Haltung als noch vor zehn Jahren“, so Völker. Beleg dafür dürfte sein, dass es nicht die FFC-Verantwortlichen waren, die den Stein ins Rollen brachten, sondern die des VfL. „Im Januar wurden wir kontaktiert, haben uns ausgetauscht und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht“, erklärt Völker. Die ideale sei nun gefunden worden, auch wenn die bedeutet, dass ein Verein von der Fußballlandkarte verschwinden wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.2014

 

Mittwoch, 9. April 2014

Vereinsauflösung? FFC-Mitglieder stimmen heute ab

ing. – Die Mitglieder des ehemaligen Frauenfußball-Zweitligisten FFC Oldesloe sind heute aufgerufen, über die Zukunft ihres Vereins abzustimmen. Die Klubführung um Vorstandschefin Anja Völker hat zur außerordentlichen Versammlung geladen, auf der die Mitglieder der Auflösung des Vereins und dem automatischen Übergang ihrer Mitgliedschaft in den VfL Oldesloe zustimmen sollen.

In beiden Vereinen sind sich die Verantwortlichen für den Frauen-und Mädchenfußball einig in der Auffassung, dass nur eine Fusion unter dem Dach des VfL Oldesloe die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft bietet. Der FFC hat seine Mitglieder im Vorfeld bei Informationsabenden und einer Jugendversammlung für die nicht stimmberechtigten Mitglieder (unter 16) über die Fusionspläne informiert und Gelegenheit gegeben, Vorbehalte zu äußern. „Die meisten haben eingesehen, dass es der beste Weg ist“, hat Jugendwart Michael Franke festgestellt. „Auch wenn bei vielen natürlich vier Herzblut für den FFC dabei ist und sie die Entwicklung bedauern.“

Für die Annahme des Antrags, den FFC Oldesloe zum 30. Juni aufzulösen und die Mitglieder zum 1. Juli in den VfL Oldesloe zu übergeben, müssen 75 Prozent der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder zustimmen. Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr im Vereinsheim des FFC Oldesloe am Kurparkstadion.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 9.4.2014

 

FFC Oldesloe beschließt Vereinsauflösung

Die Mitglieder des FFC Oldesloe haben die Auflösung des Vereins zum 30. Juni 2014 und den Übertritt der Frauen- und Mädchenfußballerinnen in den VfL Oldesloe beschlossen. Zur außerordentlichen Versammlung waren 34 stimmberechtigte Mitglieder erschienen, 32 stimmten mit Ja, zwei mit Nein, Der Antrag des Vorstands hatte somit die nötige Dreiviertelmehrheit erhalten.

Damit endet die Historie des Vereins im Sommer nach 14 Jahren. 2000 war er als erster reiner Frauenfußballclub in Schleswig-Holstein gegründet worden, bis zum Sommer 2013 spielte der FFC sechs Jahre lang in der 2. Fußball-Bundesliga Nord. Das einzige verbliebene Frauen-Team ist Tabellenletzter in der Schleswig-Holstein-Liga (18 Spiele, sieben Punkte, 25:70 Tore). Aktuell hat der Klub noch rund 100 Mitglieder, davon etwa 50 Jugendliche.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 10.4.2014

 

Donnerstag, 10. April 2014

Mitgliederversammlung des FFC mit historischem Beschluss

Am Mittwochabend traf sich der FFC Oldesloe zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Einziges Thema war der Zusammenschluss mit dem VfL Oldesloe.

Da laut Satzung des FFC Oldesloe lediglich Mitglieder ab dem 16. Lebensjahr stimmberechtigt sind, hatte Jugendwart Michael Franke am vergangenen Freitag eine Jugendversammlung einberufen. Er berichtete, dass die Mädchen – auch wenn sie den Namen FFC nur ungern aufgeben – sich bei nur zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimme für den Schritt zum VfL Oldesloe ausgesprochen haben.

In namentlicher Abstimmung stimmten die 34 stimmberechtigten Mitglieder über den Antrag zur Auflösung des FFC Oldesloe und den Übergang zum VfL Oldesloe ab. Um die Spielklassen des FFC mit zum VfL Oldesloe zu nehmen, ist dies der einzig gangbare Weg. Nach der langen Prozedur verkündete Wahlleiter Jörg Lembke das Ergebnis. Mit 32 Ja- und nur 2 Nein-Stimmen gab es eine eindeutige Mehrheit (94 Prozent) für den vom FFC-Vorstand vorgeschlagenen Weg. Lembke gratulierte den Mitgliedern zu der mutigen und wegweisenden Entscheidung und dankte im Namen des Kreisfußballverbandes (KFV) Stormarn dem FFC-Vorstand für 14 Jahre vorbildlichen und erfolgreichen Einsatz für den weiblichen Fußball, weit über die Grenzen des Kreises hinaus. Er betrachtete es auch als nicht selbstverständlich, dass ein Verein einen solchen konsequenten Weg geht.

Der KFV-Vorsitzende freut sich, dass am Kurpark so wieder ein Zentrum, „vielleicht sogar ein Leistungszentrum“, des weiblichen Fußballs entsteht. Er sieht damit den weiblichen Fußball in Stormarn gestärkt.
Detlef Rädisch, 1. Vorsitzender des VfL Oldesloe, berichtete, dass die Fusion beider Oldesloer Vereine von Hans-Ludwig Meyer (SHFV-Präsident) als „wegweisend für den ganzen Schleswig-Holsteinischen Fußballverband“ bezeichnet wurde. Vom SHFV wurde André Röpke als Ansprechpartner und direkter Draht zur Verbandsführung für alle entstehenden Fragen bei der Umsetzung benannt.

Auch im Umfeld beider Vereine gab es viele positive Stimmen zu dieser Entscheidung. Einige Vereine berichteten von eigenen konkreten Plänen zumindest Spielgemeinschaften zu initiieren, andere beklagten, dass solche Pläne meist schon vor der Umsetzung scheitern. Der 3. Vorsitzende Ingo Rickert brachte die Pläne des FFC auf den Punkt: „Jede Zeit will ihre eigene Antwort haben.“ Im Jahr 2000 war die Ausgliederung des FFC aus dem VfL der richtige Schritt, um das Bewusstsein für den weiblichen Fußball zu schärfen, im Jahr 2014 ist der umgekehrte Schritt ebenfalls wieder wegweisend. Die veränderte Schulsituation und die demografische Entwicklung und auch die moderne Aufstellung des VfL Oldesloe bieten jetzt die Möglichkeit, gemeinsam mehr zu erreichen als jeder für sich.

Auf der Versammlung wurden dann Dennis Schlawin (2. Vorsitzender) und Ingo Rickert (3. Vorsitzender) zu den Liquidatoren des FFC Oldesloe bestimmt.

Zum Ende der Versammlung ergriff dann noch einmal der 2. Vorsitzende Dennis Schlawin das Wort. Im Namen des Vorstandes dankte er ganz besonders der erkrankten Anja Völker und Sportmanager André Niemann für die seit Jahren unermüdliche erfolgreiche Arbeit für den Verein FFC Oldesloe. Der emotional bewegte André Niemann dankte für die Worte und richtete schöne Grüße von der 1. Vorsitzenden und Ehefrau Anja Völker aus. Er bedauert das Ende des FFC Oldesloe, freut sich aber auch auf den neuen gemeinsamen Anfang im VfL Oldesloe. Denn das wichtigste am Fußball seien der Sport und die Gemeinschaft. Beiden Rednern gebührte jeweils lang anhaltender Beifall. Danach schloss Ingo Rickert die außerordentliche Mitgliederversammlung.

Beide Vereine arbeiten unterdessen an der Umsetzung des Zusammenschlusses. Neben den regelmäßigen Sitzungen des Verhandlungsausschusses gab es am Donnerstag (3. April) eine Sitzung mit den aktuellen Trainern. Die Versammlung lief äußerst positiv. Alle Trainer sind bereit, die gemeinsame Sache aktiv und fördernd zu begleiten. Als gemeinsames Ziel wurde das Erreichen eines echten „WIR“ in allen Altersklassen, Mannschaften und der gesamten Abteilung definiert.

Als erste Maßnahmen gibt es in jeder Altersklasse gemeinsame Trainingseinheiten mit anschließendem Beisammensein, um das Kennenlernen zu fördern. Die Einheiten werden in der neuen gemeinsamen Heimat, dem Kurparkstadion, absolviert. Die Mädchenteams starten noch vor den Osterferien, die Frauen folgen direkt nach den Ferien.

Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen geplant. Eine gemeinsame Aktion aller Aktiven der Frauen- und Mädchenabteilung ist in Planung. Im Mai wird es ein gemeinsames Schnuppertraining für interessierte Mädchen geben.

HL-SPORTS vom 10.4.2014

 

Sonntag, 13. April 2014

FFC: Zurück in die Zukunft

Nach 14 Jahren führt der Weg des ehemals so erfolgreichen Frauenfußballclubs wieder in den Schoß des VfL Oldesloe.

Christian Schlichting – Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her: Mit einem 8:0-Schützenfest besiegte der FFC Oldesloe den MTV Leck, die Meisterschaft in der Verbandsliga, damals die höchste Spielklasse in Schleswig-Holstein, war perfekt. Mit dem Sprung in die Regionalliga wurde der FFC endgültig zum Vorzeigeklub in Sachen Frauenfußball, hatte nur vier Jahre nach seiner Gründung den Beweis erbracht, dass die Entscheidung richtig war, sich als erster reiner Frauenfußballclub des Landes ganz bewusst dem Leistungsfußball zu verschreiben.

Zehn Jahre später ist nun das Ende absehbar. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am Mittwoch die Auflösung der Klubs per 30. Juni 2014 beschlossen. Nach 14 Jahren, in denen es lange Zeit nur aufwärts ging, werden die FFC-Mitglieder wieder in den VfL Oldesloe integriert. War der Weg letztlich also doch falsch?

Für Ingo Rickert ist das keineswegs die logische Schlussfolgerung. „Jede Zeit will ihre Antwort haben“, sagt der 3. Vorsitzende des FFC. Es sei eine Entscheidung zugunsten des Frauenfußballs, dass die Funktionäre beider Klubs jetzt die Zeiten hinter sich lassen, in denen sich die „Konkurrenz in der eigenen Stadt“ nicht einmal mehr zu Turnieren einlud. Jetzt sollen die Kräfte gebündelt werden, um weiterhin anspruchsvoll Frauenfußball spielen lassen zu können.

Der Abstieg des FFC nach vielen Bergauf-Jahren begann nicht erst mit dem Verlust des Startplatzes in der 2. Bundesliga im Sommer 2013. Sechs Jahre lang hatte Michael Clausen sich mit seinem Team dort gehalten seit dem Aufstieg 2007. Zwischendurch wurde ganz vorsichtig sogar der Traum vom Sprung in die Bundesliga formuliert. Doch der schöne Wunsch prallte schließlich auf die harte Wirklichkeit.

In der machte die Konkurrenz deutlich schnellere und größere Schritte. Weg vom Feierabend-Fußball, hin zu mehr Professionalität. Mit potenten Sponsoren an der Seite oder mindestens, indem sie Kooperationen mit Männer-Bundesligisten eingingen, deren Infrastruktur nutzten, inklusive der Leistungszentren und der Kontakte in die Wirtschaft. Sowie es der DFB gerne sieht.

Beim FFC mühten sich wenige, viel zu erreichen. Mit Clausen ab 2005 ein Trainer, der nicht nur ein qualitativ dünn besetztes Team trainierte, das Ausfälle wie den von Torjägerin Gaitana Lippert nie kompensieren konnte. Er reichte sogar seine Trainingspläne beim DFB ein, weil das finanziell belohnt wurde. Vor allem aber Anja Völker, die 1. Vorsitzende, und ihr Partner André Niemann hatten den FFC zu ihrem Hobby erkoren, opferten jahrelang große Teile ihrer Freizeit für den Klub. Letztlich aber stießen auch sie an ihre Grenzen. Die Firmenlandschaft in Bad Oldesloe gab im Sponsoring nicht mehr her, Posten im Marketing oder der Öffentlichkeitsarbeit besetzten mangels anderer Helfer schließlich Spielerinnen, die ohnehin schon Geld mitbrachten, weil nicht einmal die Fahrkosten ersetzt werden konnten.

Die Verlobung mit dem VfB Lübeck im Sommer 2011 schien ein Ausweg, war eine Vernunftehe aus der Not heraus. Beide Seiten glaubten, davon zu profitieren. Tatsächlich aber ging es für den FFC in den Heimspielen auf dem „fremden“ Buniamshof sportlich ebenso bergab wie bei den Zuschauerzahlen, auch die Lübecker Wirtschaft zeigte die kalte Schulter. Letztlich wurde die Verlobung gelöst, und der FFC stand nicht nur sportlich auf Relegationsplatz 10, sondern auch mit Forderungen gegen den VfB da, die der nicht mehr begleichen wollte.

Durch den Rückzug des Hamburger SV aus der Frauen-Bundesliga blieben dem FFC die Entscheidungsspiele um den Klassenerhalt zwar erspart – der Abstieg wurde so aber nur um ein Jahr verschoben. Als er im Sommer 2013 nicht mehr zu verhindern war, musste der Klub mangels Spielerinnen kampflos den Regionalliga-Platz hergeben, das verbliebene SH-Liga-Team ist Tabellenschlusslicht. Nun soll der Abwärtstrend gestoppt werden. Ziel der Oldesloer Fußballerinnen ist – im großen VfL mit seinen logistischen Vorteilen – die Rückkehr in die Regionalliga. Ob das in der neuen Konstellation klappt, bleibt abzuwarten. Klar ist: In der alten wäre es utopisch gewesen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 13.4.2014

 

 

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