FFC Oldesloe

Die Spielzeit 2010/11 – Allgemeines

 

Mittwoch, 18. August 2010

Donnerstag kommen Oldesloes Fußballerinnen ins Fernsehen

Übrigens, an diesem Donnerstag bringt der Norddeutsche Rundfunk in seiner Sendung „Schleswig-Holstein 18 Uhr“ einen zwölf Minuten langen Beitrag über den FFC Oldesloe. Im Mittelpunkt des Berichts soll Toptalent Madeline Gieseler stehen. Geplant ist eine zweite Ausstrahlung des Beitrags am gleichen Tag im „Schleswig-Holstein-Magazin“ um 19.30 Uhr.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 18.8.2010

 

Donnerstag, 19. August 2010

FFC-Kickerinnen heute im Fernsehen

NDR zeigt ab 18 Uhr ein Kurzporträt über Bad Oldesloes Zweitliga-Fußballerinnen

ing. – Dass Michael Clausen sich mit Kamm, Quast und Puder herrichten (lassen) muss, bevor er im Bad Oldesloer Kurparkstadion seine Fußballphilosophie verkündet, ist für den Trainer der Zweitliga-Frauen des FFC Oldesloe alles andere als selbstverständlich. Gestern aber akzeptierte er das Prozedere. Ging es doch darum, sich, vor allem aber seinen Verein optimal ins Bild zu setzen. Der NDR war mit einem Übertragungswagen und einem zwölfköpfigen Team angerückt, filmte mit zwei Kameras mehr als drei Stunden lang das Training der Mädchen- und der Frauenteams, führte Interviews mit Juniorennationalspielerin Madeline Gieseler, Vereinschefin Anja Völker, Spielführerin Claudia Wenzel und eben Clausen.

„In ‚Schleswig-Holstein 18:00‘ zeigen wir Land und Leute, Menschen, die ihre Sache mit Herzblut betreiben. Und Frauenfußball ist ja inzwischen in aller Munde“, sagt NDR-Redakteur Sascha Grieve. Ein Zwölfeinhalb-Minuten-Beitrag ist so noch gestern Abend unter der Leitung von Regisseur Ulli Schröder entstanden, der heute um 18 Uhr im NDR Fernsehen von Moderatorin Verena Püschel präsentiert wird.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 19.8.2010

 

Montag, 22. November 2010

61 Auszeichnungen bei KFV-Ehrungsveranstaltung

Klaus Unger – Zwei Stunden vor Beginn gab es eine kleine Enttäuschung zu verdauen: WM-Botschafterin Britta Carson musste ihre Teilnahme an der Ehrungsveranstaltung des Kreisfußballverbandes Stormarn (KFV) aus gesundheitlichen Gründen absagen. Doch auch ohne ihren Stargast erlebten die Anwesenden einen kurzweiligen Abend, der mit einer Vielzahl an Ehrungen gefüllt war.

Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein und Gastgeber der Veranstaltung, stellte in seiner Begrüßung den Fördergedanken der Sparkasse Holstein heraus und zeichnete Fußballerin und Trainerin Jessica Freelandt vom VfL Oldesloe für ihr vorbildliches Engagement mit einem Sonderpreis der Sparkasse aus.

In Vertretung für Britta Carlson verkündete Freelandt anschließend ein Highlight des Abends: Den DFB-Ehrenamtspreis 2010 im KFV gewann Anja Völker vom FFC Oldesloe. Damit würdigt der KFV das vorbildliche Engagement auf Führungseben im FFC Oldesloe, Völker hat den Verein mit gegründet, ihn in als Vorsitzende bis in die 2. Frauenfußball-Bundesliga geführt und die vorbildliche Nachwuchsarbeit vorangetrieben. Nominiert waren auch Sandra Blank, Stefanie Ketelsen, Sarah Stone, Jennifer Woisetschläger (alle SV Siek) sowie Anke Lüer vom TSV Zarpen.

Die Ehrenamtspreise für Frauen vom SHFV erhielten für 2011 KFV-Jugendobfrau Nicole Kerkau (FFC Oldesloe) und für 2010 Roswitha Timm vom TSV Zarpen, die in unterschiedlichen Funktionen erhebliche Verdienste in der Jugendarbeit vorzuweisen haben. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.2010

 

Sonntag, 5. Dezember 2010

Gesucht: Die besten Fußballer und Trainer Schleswig-Holsteins

Wer tritt die Nachfolge von Michael Holt und Nina Jokuschies an? Und wer wird erstmals zum Top-Coach gekürt?

Zum zweiten Mal sucht der Schleswig-Holsteinische Fußballverband in Zusammenarbeit mit allen großen Tageszeitung flächendeckend im nördlichsten Bundesland den Fußballer und die Fußballerin des Jahres. Und erstmals soll auch der Trainer des Jahres 2010 ausgezeichnet werden.

Fest steht schon bevor auch nur eine Stimme abgegeben worden ist, dass es neue Namen geben wird „on top“ der Top Ten. Denn der Fußballer 2009, Michael Holt, wird seinen Titel ebenso wenig verteidigen können, wie Nina Jokuschies bei den Frauen. Holt wechselte von Holstein Kiel zum Wuppertaler SV Borussia in die Regionalliga West, wo er bisher nicht so recht glücklich wird (erst 13 Einsätze, ein Tor). Nina Jokuschies, die ebenfalls für ihre Leistungen im Dress von Holstein Kiel 2009 bei der Gala Anfang Februar im noblen Columbia Hotel in Travemünde ausgezeichnet worden war, schnürt jetzt für den Hamburger SV die Schuhe, dies aber wesentlich erfolgreicher als Kollege Holt an der Wupper.

Der Weg ist also frei, möglicherweise für die letztjährigen Vize-Titelträger. Denn sowohl die Oldesloerin Gaitana Lippert, als auch der Kieler Michael Frech wurden von der elfköpfigen Experten-Jury erneut nominiert

… Bei den Frauen läuft vieles auf den Zweikampf der letztjährigen Zweiten und Dritten, Gaitana Lippert und Rachel Pashley (Holstein) hinaus. Vielleicht können aber auch die FFC-Youngster Madeline Gieseler oder Sandra Runge in den Titelkampf' eingreifen.

Neu im Programm ist die Wahl zum Trainer des Jahres 2010, der ebenso wie die Fußballerin und der Fußballer mindestens eine Halbserie im ausgehenden Jahr in einem Klub in Schleswig-Holstein absolviert haben muss. Auffällig ist in dieser Liste, dass alle Kandidaten, außer Torsten Gutzeit, irgendwann für den VfB Lübeck aktiv waren. Entweder als Spieler oder als Trainer, oder auf beiden Seiten. Favorit dürfte Peter Schubert sein, der mit dem VfB fast sensationell gut dasteht. Aber es gibt auch hier Geheimfavoriten. Etwa Dietmar Hirsch, der hervorragende Arbeit in Schackendorf leistet. Oder Michael Clausen. Still und effektiv coacht er die Frauen des FFC Oldesloe. Mit geringen Mitteln hat er Maximales erreicht. …

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 5.12.2010

 

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Gaitana Lippert: „Straßenfußballerin“ mit Torriecher

Stürmerin des Zweitligisten FFC Oldesloe zum dritten Mal in Folge für die Wahl zu Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres nominiert

Jan Knötzsch – Das Lob kommt aus berufenem Munde. „Für mich ist sie die beste Stürmerin der Liga“, sagt Michael Clausen ohne zu Zögern. Die Worte des 52-Jährigen gelten Gaitana Lippert, und Clausen, so darf man getrost behaupten, muss wissen, wovon er redet. Schließlich ist er bei den Zweitliga-Fußballerinnen des FFC Oldesloe Trainer eben jener Gaitana Lippert, die in der Spielzeit 2010/11 bis dato sieben Mal ins Schwarze traf.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Diese Zahlen alleine jedoch würdigten die Bedeutung Lipperts für den FFC nicht völlig angemessen. Denn „Taina“, wie ihre Mitspielerinnen die 26-Jährige nennen, ist für die Kickerinnen aus Stormarn weitaus mehr. Eine Führungsspielerin, an der sich die noch jüngeren Mitglieder des Kaders orientieren können. Eine Stürmerin, die auch in der Rolle der Vorbereiterin glänzt, und zudem in nahezu jeder Partie durch großen Einsatzwillen und Laufpensum besticht. Gleichwohl: Die Zeiten, als „Taina“ so etwas wie die Alleinunterhalterin im Oldesloer Angriff war, sind vorbei, seit an der Seite Lipperts, die Clausen als „absolute Straßenfußballerin“ bezeichnet, mit Madeline Gieseler eine weitere treffsichere Stürmerin heranwächst.

„Die beiden“, sagt Michael Clausen über sein Sturmduo, „ergänzen sich hervorragend.“ Dass die talentierte Gieseler in ihrer ersten Zweitliga-Saison dabei immens von der Routine Lipperts profitiert, versteht sich von selbst. „Gaitana Lippert ist für jede Abwehrreihe der Liga schwer zu halten. Auch, wenn man es ihr nicht unbedingt ansieht: sie ist nicht nur sehr laufstark, sondern auch robust und zudem trickreich und kreativ“, schreibt Clausen der gelernten Groß- und Außenhandelskauffrau ins Stammbuch.

Worte, die die Halbitalienerin aus Meddewade gerne zur Kenntnis nimmt. Worte, die zugleich dafür sprechen, dass sie nach ihrem Sieg bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres in Schleswig-Holstein im Jahr 2008 und Rang zwei im vergangenen Jahr auch diesmal ganz vorne mit dabei sein dürfte...

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.12.2010

 

Montag, 20. Dezember 2010

Madeline Gieseler: Ein aufstrebender Stern am Oldesloer Fußballhimmel

Jan Knötzsch – Es gibt Augenblicke, in denen jedes Wort der Beschreibung zu viel ist und es sich einfach lohnt, dabei gewesen zu sein. Die 57. Minute des Zweitliga-Spiels zwischen den Fußballerinnen des FFC Oldesloe und dem BV Cloppenburg war so ein Moment. Von einer ihrer Mitspielerinnen in Szene gesetzt nahm Madeline Gieseler an jenem Sonntagnachmittag im September den Ball mit dem linken Fuß an, hob diesen gekonnt auf ihren starken rechten Fuß und hämmerte das Leder volley unhaltbar ins Cloppenburger Gehäuse.

„Das Tor war absolut sehenswert. Sie. entwickelt sich hervorragend weiter“, attestierte FFC-Trainer Michael Clausen seiner Angreiferin damals, und traf den sprichwörtlichen Nagel damit auf den Kopf: Nachdem die inzwischen 17-Jährige schon in der Saison 2009/10 hin und wieder Zweitliga-Luft schnuppern durfte, aber vornehmlich in der B-Jugend spielte, zählt der „Rohdiamant“ seit Beginn der aktuellen Spielzeit nun fest zum Zweitliga-Kader und ist aus diesem, trotz ihres jungen Alters, fast schon nicht mehr wegzudenken. Angesichts von bereits fünf Saisontoren ist es dann auch wenig verwunderlich, dass Clausen seine junge Stürmerin als „Riesentalent“ apostrophiert. Ein „Riesentalent“, das an der Seite von Gaitana Lippert im Sturmzentrum weiter heranreifen soll. „Da ist ein sehr großes Potenzial vorhanden“, sagt Clausen, „sie hat noch viel Luft nach oben, das ist bei einer 17-Jährigen klar.“ Und auch, wenn Clausen sagt, „Madeline verfügt über gute Anlagen und kann für ihr Alter schon ein sehr hohes Tempo gehen“, ist man beim FFC vorsichtig. Zu viel Wirbel um das große Talent möchte man dann doch lieber nicht machen. „Nachher kommt irgendein Bundesligist und schnappt sie uns weg“, lächelt Clausen bei der Frage, ob Gieselers Potenzial denn für die erste Liga reiche, doch etwas ausweichend.

Der beste Beweis dafür, wie groß das Talent der jungen Lübeckerin, deren Vater Andreas einst beim dortigen VfB kickte, ist: wieder und wieder wurde sie in den zurückliegenden Jahren zu Sichtungslehrgängen des DFB in ihrer Altersklasse eingeladen. Beidfüßig, technisch stark und obendrein noch mit der nötigen Portion an Torgefährlichkeit gesegnet, es ist kein großes Wunder, dass der aufstrebende Stern am Oldesloer (Frauen-)Fußballhimmel in diesem Jahr schnurstracks den Weg in den Kreis der Nominierten für die Wahl zu Schleswig-Holsteins Fußballerin geschafft hat.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.2010

 

Dienstag, 21. Dezember 2010

Michael Clausen: Ein akribischer Arbeiter, und eine große Portion Bescheidenheit

Jan Knötzsch – Eigentlich ist er jemand, der klar formuliert, was Sache ist. Jemand, der bisweilen vor Optimismus sprüht, und andere damit begeistern kann. Fähigkeiten, die zu Michael Clausens Tätigkeit als Trainer der Fußballerinnen des FFC Oldesloe passen. Doch es gibt auch die andere Seite des Michael Clausen. Die sympathisch zurückhaltende, die bescheidene Seite. Und genau die zeigt sich, wenn die Rede darauf kommt, dass der 52-Jährige heuer zu den Nominierten für die Wahl zum „Trainer des Jahres 2010“ in Schleswig-Holstein zählt.

„Ob es richtig ist, dass ich zu denjenigen zähle, die gewählt werden dürfen, sollen andere beurteilen“, sagt Clausen beinahe beiläufig. Nein, es ist nun wahrlich nicht seine Art, das eigene Tun im zu Ende gehenden Fußballjahr 2010 als Lautsprecher selbst zu rühmen. Dabei hätte Michael Clausen doch allen Grund dazu, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. In der Spielzeit 2009/10 schaffte er es, den FFC bereits lange vor dem letzten Spieltag der 2. Bundesliga Nord zum Klassenerhalt zu führen, und das, obwohl seine Mannschaft zu jenem Zeitpunkt nicht gerade als Meister im Toreschießen auf sich aufmerksam machte. Woche für Woche musste Clausen mit ansehen, wie zum Teil beste Einschussmöglichkeiten ungenutzt blieben, und in der Konsequenz daraus auch immer wieder wichtige Punkte ausblieben. Doch Clausen wurde nicht müde, seine Elf zu motivieren, ihr die eigenen Stärken ins Gedächtnis zu rufen. Das erfolgreiche Ende ist bekannt.

Jenes sind Momente, von denen der FFC auch in der laufenden Spielzeit profitiert. Gezielt verstärkt und enger zusammengewachsen liegt das Team bereits in der Winterpause weiter entfernt von den Abstiegsrängen als noch im Vorjahr und präsentiert sich zudem auch eine ganze Spur treffsicherer. Zweifellos in erster Linie ein Verdienst Clausens, der im Mannschaftsgefüge die richtige Mischung aus Alt und Jung gefunden hat und die Stärken seiner eigenen Spielerinnen noch mehr herausgearbeitet hat.

Und auch, wenn er seine Arbeit selbst nicht wirklich beurteilen will, keine große Einordnung treffen will, so fühlt sich Clausen durch die Nominierung immerhin in seinem Wirken bestätigt. „Es ist schön, zu sehen, dass ich im Kreise der anderen Nominierten stehe. Das zeigt, dass meine Arbeit von außen geschätzt wird und wir uns auf einem guten Weg befinden.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.12.2010

 

Donnerstag, 6. Januar 2011

Sandra Runge: Talent mit der nötigen Portion Trainingsfleiß

Wahl zur Fußballerin des Jahres: Junge Mittelfeldspielerin von Zweitligist FFC Oldesloe besticht durch ihre Technik und ist auf dem Weg zur Stammkraft

Jan Knötzsch – Ihr fußballerisches Talent ist unbestritten. „Sie hat mit ihren gerade einmal 19 Jahren noch einen großen Teil ihrer Karriere vor sich, und ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg gehen wird“, sagt Michael Clausen über Sandra Runge und weiß sofort eine Antwort auf die Frage, welche Vorzüge er an der jungen Mittefeldspielerin des FFC Oldesloe besonders schätze: „Sie ist wahnsinnig trainingsfleißig“, verrät der Oldesloer Trainer.

Ein Umstand, der an sich zwar bereits löblich genug ist, gleichwohl aber nicht der Grund dafür sein dürfte, warum Sandra Runge neben ihren beiden Teamkolleginnen Gai-tana Lippert und Madeline Gieseler als dritte Spielerin des FFC zu denjenigen gehört, die für das Jahr 2010 zu den Nominierten für die Wahl zur schleswig-holsteinischen Fußballerin des Jahres zählen.

Und so bietet sich zunächst einmal ein Blick in die Welt der Zahlen an, um die Nominierung besser einordnen zu können. Bereits in der Spielzeit 2008/2009 stand Sandra Runge in insgesamt 19 Spielen für den FFC in der 2. Bundesliga Nord auf dem Platz. Selbiges gilt für die Saison 2009/2010. Auch hier tauchte der Name Runge 19 Mal auf dem Spielberichtsbogen auf. In der aktuellen Saison war sie in allen bis dato absolvierten 14 Begegnungen mit von der Partie. Zahlen, die sich für eine so junge Akteurin sehen lassen können. Auffällig allerdings: in allen drei Serien zählte Runge (noch) nicht dauerhaft zur Startformation der Mannschaft von Michael Clausen. „Hin und wieder sind da noch leichte Schwankungen zu sehen“, konstatiert der FFC-Übungsleiter, „sie muss noch etwas an ihrer Konstanz arbeiten.“

Dennoch, so Clausen weiter, sei die Nominierung natürlich nicht unverdient. „Sie ist nah dran am Stammplatz. Sandra besticht in erster Linie durch ihre starke Technik und wird langfristig auch zur ersten Elf zählen, wenn ihre Entwicklung weiter positiv verläuft.“ Und dass man dies beeinflussen kann, ist logisch. Zumindest dann, wenn einem der eigene Coach doch schon jede Menge an Trainingsfleiß attestiert…

 

Fußballer des Jahres

Acht Kandidaten aus dem Kreis Stormarn stehen als Fußballer/in und Trainer des Jahres in Schleswig-Holstein zur Wahl. Neben den Fußballern Malte Buchholz und Fabian Kolodzick (beide SV Eichede) und den Spielerinnen Madeline Gieseler, Gaitana Lippert, Sandra Runge (alle FFC Oldesloe) und Lisa Stein-Schomburg (Hagen Ahrensburg) sind auch die Trainer „Mecki“ Brunner (SV Eichede) und Michael Clausen (FFC Oldesloe) in der Auswahl. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.1.2011

 

Sonntag, 9. Januar 2011

Fußballer-Wahl – Die Kandidaten

  • Trainer des Jahres
  1. Hans-Friedrich Brunner (SV Eichede), 2. Michael Clausen (FFC Oldesloe), 3. Torsten Flocken (Holstein Kiel/U19), 4. Thorsten Gutzeit (Holstein Kiel), 5. Dietmar Hirsch (SV Schackendorf), 6. Michael Hopp (VfB Lübeck/U19), 7. Jens Martens (SV Henstedt-Ulzburg), 8. Mikica Mladenovic (Heikendorfer SV), 9. Thomas Möller (SV Todesfelde), 10. Peter Schubert (VfB Lübeck).
  • Fußballerin des Jahres
  1. Victoria Bendt (Holstein Kiel), 2. Merle Blesin (TuRa Meldorf), 3. Madeline Gieseler (FFC Oldesloe), 4. Stephanie Güldenzoph (Holstein Kiel), 5. Gaitana Lippert (FFC Oldesloe), 6. Rachel Pashley (Holstein Kiel), 7. Sandra Runge (FFC Oldesloe), 8. Melanie Schöning (FC Riepsdorf), 9. Lisa Stein-Schomburg (SSC Hagen Ahrensburg), 10. Gesa von Drathen (TuRa Meldorf). …

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 9.1.2011

 

Mittwoch, 26. Januar 2011

Ein Multitalent in der Model-WG

Filiz Koc spielte sogar für ihre Heimat Türkei Fußball, heuerte vor einem Jahr für kurze Zeit beim FFC Oldesloe an und steht derzeit in der Model-WG von Pro7 vor der Kamera.

Peter Mantik – Donnerstag, 21.15 Uhr: Mehr als eine Million Zuschauer sind für zwei Monate einmal pro Woche der „Model-WG“ auf Pro7 zugeschaltet. Und die erleben in der zweiten Staffel die ehemalige Oldesloer Fußballerin Filiz Koc unter den sechs künftigen Laufsteg-Grazien. Die 23-Jährige tritt dort nicht nur in Konkurrenz zu ihren Mitbewohnerinnen, sondern auch als TV-Format mit anderen Casting-Shows wie etwa „Germany's Next Topmodel“ (ab 3. März).

Daheim vor den Fernsehern drücken natürlich ihre ehemaligen Teamkolleginnen des FFC Oldesloe die Daumen. Sie verfolgen gebannt, wie sich Filiz Koc öffentlich einem Wettstreit um Jobs und neue Kunden aussetzt, das Ganze natürlich sehr emotional von Pro7 inszeniert. Der Zuschauer sieht den Zukunftsmodels praktisch direkt in ihre Seelen hinein. Die Achterbahnfahrt der Gefühle nimmt Koc als ihre vielleicht größte Chance wahr, um professionell als Model Fuß zu fassen. Ihr Eigenkapital: Traummaße (90-64-89, 1,74 Meter, 57 Kilogramm), dazu großes Selbstbewusstsein und einige Jahre Erfahrung. Denn ihr Showtalent hat die 23-Jährige schon bewiesen. Ob bei ersten Foto-Shootings (sie war 2006 Miss Fußball Türkei) oder aber auch in der Sat.1-Spielshow „Die perfekte Minute“, in der sie ganz cool mal ebenso 75.000 Euro gewann. Und auch ihre WG-Tauglichkeit hat sie längst nachgewiesen, wenn auch nur im Privaten. Denn die bodenständige Tochter eines türkischen Vaters lebt gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester, ihrer Mutter und ihrer Oma in Hannover in einer „Frauen-WG“.

Diese geerdete Art bringt ihr viele Sympathien ein. So sagt ihre ehemalige Teamkollegin Ronja Pajonk: „Ich schaue die Sendung nur, weil ich Filiz kenne und es deswegen etwas Besonderes ist.“ FFC-Abwehrboss Svenja Fritz ergänzt: „Klar gucken wir die Sendung. Wir haben ja auch donnerstags kein Training, das passt also optimal. Einige von uns haben sogar Interna von Filiz über die Sendung erfahren, die geheim sind. Aber wir halten dicht.“

Die Verbundenheit zu Koc ist beachtlich, da die ehemalige türkische Nationalkickerin (2 A-Länderspiele) nur für kurze Zeit und wenige Spiele eine FFC-Fußballerin war. Sogar Trainer Michael Clausen (52), von Beruf Lehrer, hat beim Zappen „rein zufällig“, wie er sagt, mal reingeschaut. Sein spontaner Kommentar: „Das ist das, was sie kann. Sie verkauft sich ja gut. Die Sendung ist zwar für mich nicht das Gelbe vom Ei. Aber für sie ist es der Weg. Sie tritt ja auch demnächst im Tatort als Nationalspielerin auf und wird sogar ermordet.“ Clausen schmunzelt, sagt dann wieder ernst: „Ich wünsche Filiz Erfolg, jetzt, wo sie langsam vom Fußball Abschied nimmt. Ich weiß ja auch, dass sie noch Kontakt zu meinen Spielerinnen hat.“ Koc aber steht mittlerweile beim TSV Havelse im Regionalliga-Kader und betont. „Ohne Fußball möchte ich nicht sein.“ Und so richtet sie sich ein auf ein Leben in Pumps und Fußballtretern.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 26.1.2011

 

Donnerstag, 10. Februar 2011

FFC Oldesloe ist neuer Hausherr im Kurparkstadion

Zweitligist muss in seiner Heimspielstätte Auflagen des DFB erfüllen. Pachtvertrag mit der Stadt gilt zunächst für ein Jahr. Mit den anderen Vereinen gibt es eine Kooperation.

Joachim Strunk – Eine Bundesliga-Mannschaft im Kreisliga-Stadion: Das ist die Vorstellung des FFC Oldesloe, wenn es um seinen Heimspiel-Platz geht. Denn die erste Vertretung des FFC spielt in der zweiten Damenfußball-Bundesliga. Nun ist der FFC per Pachtvertrag Hausherr im Oldesloer Kurparkstadion geworden. Und als solcher hat er vor allem bei der Sportstätte Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu erfüllen. „Da der FFC inzwischen im vierten Jahr in der Bundesliga spielt, sind immer weniger Übergangsregelungen möglich“, erklärt FFC-Sprecher Michael Franke.

So sind ausreichende Umkleideräume, auch für die Schiedsrichter, vonnöten, die aber auch schon vorhanden sind, und natürlich eine angemessene Flutlichtanlage. Der Rasenplatz muss stets in einem spielgerechten Zustand sein. Ein eigenes Sprecherhäuschen muss vorhanden sein. Letzteres „haben wir bereits im vergangenen Jahr in Eigenleistung gebaut. Das gehört zu den vom DFB geforderten Sicherheitsmaßnahmen, dass im Notfall Lautsprecherdurchsagen gemacht werden können“, erklärt Franke.

Bevor der FFC jetzt das Zepter übernahm, gab es keinen direkt verantwortlichen Verein für das Stadion. Durch die intensive Nutzung ohne einen Platzwart hat sich der Zustand in den letzten Jahren nicht verbessert“, umschreibt Frauke die Situation diplomatisch. Größere bauliche Maßnahmen plant der Club zurzeit noch nicht. „Aber einige Schönheitsreparaturen werden wir schon vornehmen, Die Fans der Gastmannschaften sollen schließlich einen guten Eindruck vom Stadion und von der Stadt Bad Oldesloe bekommen.

Gegenüber dem allgemein gestiegenen Interesse am Damenfußball hinken die Besucherzahlen noch etwas hinterher. Doch die Spiele des FFC haben im heimischen Kurparkstadion immerhin Durchschnittszahlen von 150 Zuschauern. Das ist der fünftbeste Zuschauerschnitt in der zweiten Damen-Bundesliga mit zwölf Vereinen. „Zu einem Topspiel etwa gegen Kiel kamen auch schon 350“, so Franke.

Der Pachtvertrag für den FFC gilt zunächst nur ein Jahr und ist Bestandteil eines Konzeptes, das die bislang angespannte Sportplatzsituation in Bad Oldesloe auflösen soll. „Im Sommer will die Politik das Gesamtpaket der künftigen, langfristigen Sportplatznutzung beschließen“, erklärt Thomas Sobczak von der Stadtverwaltung den Hintergrund. Der neu ernannte Sportbeauftragte dar Stadt, Jan Kreutzer, ist dabei, Verträge mit den Vereinen auszuarbeiten. Dann soll eine Vorlage im Juni erst dem Bildungs-, Sozial- und Kultur-Ausschuss, anschließend der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Aussichten auf eine längerfristige Lösung scheinen daher gut zu sein.

Während das Travestadion und der Exer vom VfL Oldesloe betrieben werden, war die Pächterfrage im Kurparkstadion nach der Auflösung des Vertrags mit dem SC Union Oldesloe (vor allem auf dessen Initiative) Mitte 2008 lange Zeit unsicher. Bis Ende des vergangenen Jahres verwaltete und betrieb die Stadt den Sportplatz am Kurpark. Mit der Übernahme der „Hausherrschaft“ durch den FFC müssten die anderen drei Vereine, die sich bislang mit dem FFC das Kurparkstadion für Spiele und Training teilten, keine Nachteile befürchten, so Franke. Im Moment sei man dabei, einen Kooperationsvertrag mit den anderen Klubs, SC Union, SV Türkspor und Spiridon, auszuarbeiten. „Das war auch von Bürgermeister Tassilo von Bary so gewünscht“, erklärt Franke.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 10.2.2011

 

Sonntag, 20. Februar 2011

Gaitana Lippert und zwei VfBer

Die Torjägerin des FFC Oldesloe wurde als Fußballerin des Jahres geehrt. Peter Schubert und Bastian Henning, der Lübeck am Saisonende verlässt, standen ebenfalls ganz oben.

Peter-Wulf Dietrich – Bastian Henning fasste sich kurz bei seiner Rede: „Vielen Dank für den Preis. Und das war's.“ Der Torjäger des VfB Lübeck (zehn Treffer) wurde als Fußballer des Jahres im „Genießer Hotel Altes Gymnasium“ in Husum geehrt. Von den 160 Gästen beim Neujahrsempfang des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner, dass der 27-Jährige seine letzte Saison bei den Grün-Weißen spielt. …

Der Torjäger war eine der Hauptpersonen bei der Preisverleihung. Laudatoren würdigten die Sportler, die von den Lesern der Zeitungen in Schleswig-Holstein, Sportredakteuren und SHFV-Mitarbeitern gewählt worden waren.

Die meisten (sieben von neun) Geehrten kommen aus der Region Lübeck. Trainer des Jahres wurde Peter Schubert vor „Mecki“ Brunner (SV Eichede) und Michael Clausen (FFC Oldesloe). Bei den Spielern folgte hinter Bastian Henning der Ex-Lübecker Michael Frech (Holstein Kiel) und Marcel Gebers (VfB), Beste Spielerin wurde Gaitana Lippert (FFC Oldesloe) vor Rachel Pashley (Holstein Kiel) und Madeline Gieseler (FFC Oldesloe). …

Gaitana Lippert, die 2008 schon einmal Erste und 2009 Zweite geworden war, strahlte. „Es ist ein schönes Gefühl und eine große Ehre. Ich will weiter versuchen, viele Tore zu schießen.“ Sieben Treffer sind es bisher in dieser Saison. Der Pokal wird einen besonderen Platz im Büro ihrer Wohnung in Bad Oldesloe bekommen. Für Lippert, die im Service beim Arbeitsamt in Hamburg tätig ist, sei es eine tolle Auszeichnung. „Platz eins ist wunderschön. Aber auch wenn ich Zweite oder Dritte geworden wäre, hätte ich mich riesig gefreut.“

Dass ihre Sturmpartnerin Madeline Gieseler (fünf Tore) mit ihren erst 17 Jahren schon Platz drei belegt hat, rundet den Oldesloer Triumph ab. „Das ist mein erster Pokal“, freute sich die Schülerin der Dorothea-Schlözer-Schule in Lübeck. Fußballspielen hat in der Familie Gieseler Tradition. Opa Rolf Gieseler kickte bei St. Pauli, Vater Andreas beim VfB.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 22.2.2011

 

Mittwoch, 23. Februar 2011

Lippert nach Platz zwei jetzt ganz oben

Angreiferin des FFC Oldesloe Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres 2010

cje. – Die inoffizielle Wahl zu Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres 2008, damals in Eigenregie von „Nord Sport“ durchgeführt, hatte sie bereits gewonnen. Im vergangenen Jahr bei der ersten SHFV-Wahl folgte Platz zwei hinter Nina Jokuschies. Nun steht Gaitana Lippert erstmals auch bei der vom Verband autorisierten Wahl zur Fußballerin des Jahres ganz oben. „Gerechnet habe ich nicht damit“, erklärte die 27-Jährige bescheiden. „Ich hätte eher Platz zwei wie im Vorjahr erwartet.“ Doch als verdient empfindet sie die Auszeichnung schon. „Das hoffe ich doch“, lachte sie. „Ich will schließlich nicht zu Unrecht gewählt worden sein.“

Diese Sorge dürfte die Halb-Italienerin auch kaum ernsthaft haben. 33 Tore in 78 Zweitliga-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Im Aufstiegsjahr des FFC war sie Torschützenkönigin der Regionalliga und wurde auch von Laudatorin Sabine Mammitzsch gelobt. „Bei den gegnerischen Abwehrspielerinnen ist sie in der 2. Bundesliga gefürchtet, weil sie sich immer durchzusetzen weiß.“ „Sie ist die beste Stürmerin der 2. Bundesliga“, sagte ihr Trainer Michael Clausen sogar einmal über sie und hat nur Lobeshymnen für die erfolgreichste Torschützin seiner Mannschaft parat. „Sie ist noch eine echte Straßenfußballerin. Technisch stark, schnell und torgefährlich“, be-schreibt er. „Aber obwohl sie ja nicht gerade groß gewachsen ist, weiß sie ihren Körper einzusetzen und sich in den Zweikämpfen zu behaupten.“

Eine solche Beschreibung klingt eigentlich wie gemalt für den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Doch die Bundesliga peilt Lippert nicht mehr an. „Ich bin inzwischen 27. Wenn ich 20 wäre, würde ich das vielleicht noch mal versuchen. Aber so sind jetzt Beruf und Freund wichtiger, zumal es in der Umgebung ja nur wenig Möglichkeiten gibt, Bundesliga zu spielen.“

Statt Erstklassigkeit gibt sie sich selbst bei ihrem Oldesloer Heimatverein quasi einen Rentenvertrag. „Wenn nichts Besonderes passiert, spiele ich beim FFC, bis ich irgendwann aufhöre“, sagt sie, ohne dass dieser Zeitpunkt bereits in Sicht wäre.

Den Vertrag, den gibt es in dieser Form übrigens nicht. Denn beim FFC spielen alle Zweitliga-Kickerinnen nur aus Spaß am Sport. „Im Gegensatz zu anderen Zweitligisten gibt es bei uns keinen Cent, auch wenn es Hoffnung gibt, dass sich das ein bisschen verbessert.“ Zum Lebensunterhalt, den sich die Stürmerin als Angestellte beim Hamburger Arbeitsamt verdient, wird der Fußball auch künftig nichts Nennenswertes beitragen.

Den Titel als Fußballerin des Jahres hat Gaitana Lippert also ohne Weiteres verdient. Im Übrigen sahen das alle so: Im Gegensatz zur Männer- und Trainer-Wahl lag Gaitana Lippert in allen drei Einzelwertungen (Jury, Journalisten und Leser) vorne und holte damit als einzige die Maximalpunktzahl.

  • Steckbrief Gaitana Lippert

Geburtstag: 13. Februar 1984 in Oldesloe.

Position: Angriff.

Spielerkarriere: SV Meddewade (1991 bis 1956), VfL Oldesloe (1996 bis 2000), FFC Oldesloe (seit 2000); 78 Zweitliga-Spiele (33 Tore) für FFC Oldesloe, 9 DFB-Pokal-Spiele (8 Tore) für FFC Oldesloe; Aufstieg in die 2. Bundesliga 2007, Aufstieg in die Regionalliga 2004, Torschützenkönigin der Regionalliga 2007, Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres 2008.

 

Mit 17 Jahren schon im Konzert der Großen

cje. – Dass eine 17-Jährige schon bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres nominiert ist und dann auch noch ganz vorne landet, ist ungewöhnlich. „Doch an Madeline Gie-seler kam man in ihrem ersten Jahr in der 2. Frauenfußball-Bundesliga nicht vorbei“, verdeutlichte Verbandsfrauenreferentin Sabine Mammitzsch, die die Laudatio für die drei ausgezeichneten Fußballerinnen hielt. In der Tat: Schon mit 16 Jahren spielte Gieseler in der Vorsaison in der 2. Liga, ist inzwischen längst zur Stammspielerin avanciert. „Sie ist ein Ausnahmetalent“, sagt Trainer Michael Clausen über seine Angreiferin, die nicht nur alle Landesauswahlmannschaften durchlief, sondern auch schon zu Sichtungslehrgängen des DFB berufen wurde. Einen sofortigen Sprung in die Bundesliga muss Clausen aber nicht „befürchten“. Die 17-Jährige betont: „Erst einmal ist das Abitur wichtiger.“ Eineinhalb Jahre sind es noch bis zur Reifeprüfung an der Lübecker Dorothea-Schlözer-Schule. Danach ist ein Sprung in die 1. Liga möglich. „Sie kann das schaffen, wenn sie so weitermacht“, ist Coach Clausen sich sicher.

In Lübeck ist der Name Gieseler übrigens kein unbekannter in Sachen Fußball. Vater Andreas kickte einst beim VfB, Großvater „Beppo“ war in den 50er und 60er Jahren sogar erstklassig beim VfB Lübeck und beim FC St. Pauli aktiv. „Ich wollte allerdings selbst immer Fußball spielen“, sagt sie über ihre Anfänge in der Kindheit. „Da musste mich keiner zu drängen.“

  • Steckbrief Madeline Gieseler

Geburtstag: 24. April 1993 in Lübeck.

Position: Angriff.

Spielerkarriere: Fortuna St Jürgen (bis 2007), Lübeck 1876 (2007 bis 2008), FFC Oldesloe (seit 2008); 21 Zweitliga-Spiele (5 Tore) für FFC Oldesloe, 3 DFB-Pokal-Spiele (1 Tor) für FFC Oldesloe; Torschützenkönigin der B-Juniorinnen-Verbandsliga 2008.

 

Fußballerin des Jahres 2010

  1. Gaitana Lippert (FFC Oldesloe, 2. Bundesliga), 2. Rachel Pashley (Holstein Kiel, 2. Bundesliga), 3. Madeline Gieseler (FFC Oldesloe, 2. Bundesliga), 4. Victoria Bendt (Holstein Kiel, 2. Bundesliga), 5. Stephanie Güldenzoph (Holstein Kiel, 2. Bundesliga), 6. Merle Blesin (TuRa Meldorf, Schleswig-Holstein-Liga), 7.Sandra Runge (FFC Oldesloe, 2. Bundesliga), 8. Lisa Stein-Schomburg (SSC Hagen, Schleswig-Holstein-Liga), 9.Gesa von Drathen (TuRa Meldorf, Schleswig-Holstein-Liga), 10. Melanie Schöning (FC Riepsdorf, Schleswig-Holstein-Liga).

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.2.2011

 

Donnerstag, 24. Februar 2011

Michael Clausen: Gallionsfigur im Bereich des Frauenfußballs

cje. – Der Frauenfußball ist salonfähig geworden. Was deutschlandweit und international bereits seit Längerem gilt, ist nun auch in Schleswig-Holstein so. Die Auszeichnung von Michael Clausen, Trainer der Zweitliga-Frauen des FFC Oldesloe, ist ein Beleg dafür. Der 53-Jährige wurde Dritter bei der Wahl zum Trainer des Jahres und war damit hoch zufrieden. „Es war für mich schon eine Ehre, als einziger Frauentrainer nominiert zu sein. Platz drei ist eine tolle Sache.“ Der Gymnasiallehrer für Sport und Geschichte, in Flensburg groß geworden, darf durchaus als eine Art Galionsfigur in Sachen Frauenfußball im Land gelten. Seit 2005 arbeitet er als Coach der Frauen des FFC, führte die Mannschaft in die 2. Bundesliga. „Jahr für Jahr hat er mit seiner Mannschaft einen respektablen Abstand auf die Abstiegsplätze“, lobte Laudator Gerhard Schröder. Dabei sind die Bedingungen keineswegs so, wie man es beim Namen Bundesliga erwartet. „Meine Spielerinnen betreiben den Sport aus Idealismus“, sagt Clausen, der im Herrenbereich bis zur höchsten Landesklasse (SV Sereetz) trainierte. „Es gibt weder Prämien noch Fahrgelder“, beschreibt er.

Sportlich sagt er über das Niveau. „Es wäre unfair, Vergleiche zu den Herren zu ziehen. Technisch haben meine Spieler mehr drauf als Männer in den höheren Amateurklassen. Aber was das körperliche anbetrifft, ist es eben ein anderes Spiel.“ Eines, das dem Zarpener, der sich selbst nie in den Vordergrund drängt, Spaß macht. „Die Entwicklung geht sehr schnell voran“, weiß er. „Der Frauenfußball ist in den letzten Jahren sehr schnell vorangekommen.“ Seine Wahl ist ein Zeichen dafür, dass das nun auch verstärkt positiv wahrgenommen wird. Das nächste Ziel: „Uns weiter in der 2. Bundesliga etablieren und die Bedingungen Schritt für Schritt verbessern.“

  • Steckbrief Michael Clausen

Geburtstag: 19. Februar 1958 in Flensburg.

Berufe: Gymnasiallehrer (Deutsch und Philosophie), A-Lizenz-Trainer.

Spielerkarriere: VfB Nordmark Flensburg (Jugend und Herren), TSV Zarpen, TSV Trittau.

Trainerkarriere: TSV Trittau (1. Juli 1995 bis 30. Juni 1996), Eintracht Segeberg (A-Jugend, 1. Juli 1996 bis 30. Juni 1997, SV Sereetz (Co-Trainer, 1. Juli bis 30. September 1997), SV Sereetz (1. Oktober 1997 bis 30. Juni 1999), DFB-Stützpunkttrainer in den Kreisen Segeberg und Stormarn (1999 bis 2002), Preußen Reinfeld (22. März 2000 bis 11. November 2002), VfB Lübeck (Nachwuchskoordinator und Team-Manager U23, 12. November 2002 bis 30. Juni 2005), FFC Oldesloe (seit 1. Juli 2005); Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga 2007.

 

Fußballtrainer des Jahres 2010

  1. Hans-Peter Schubert (VfB Lübeck, Regionalliga Nord), 2. Hans-Friedrich Brunner (SV Eichede, Schleswig-Holstein-Liga), 3. Michael Clausen (FFC Oldesloe, 2. Frauen-Bundesliga), 4. Thorsten Gutzeit (Holstein Kiel, A-Jugend BundesIiga/Regionalliga), 5. Mikica Mladenovic (Heikendorfer SV, Schleswig-Holstein-Liga), 6. Thomas Müller (SV Todesfelde, Verbandsliga Süd-West/Schleswig-Holstein-Liga), 7. Torsten Flocken (Holstein Kiel, B-Jugend-Bundesliga /A-Jugend-Bundesliga), 8. Dietmar Hirsch (SV Schackendorf, Verbandsliga Süd-West), 9. Jens Martens (SV Henstedt-Ulzburg, Schleswig-Holstein-Liga), 10. Michael Hopp (VfB Lübeck, A-Jugend-Schleswig-Holstein-Liga/A-Jugend Regionalliga).

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.2.2011

 

Mittwoch, 27. April 2011

Mareike Eitner: „Ich habe klare Ziele“

19-Jährige absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Oldesloer Volleyball-Club

Susanne Rohde – Mareike Eitner war schon immer eine Sportskanone. Bereits als Sechsjährige begeisterte sie sich für Fußball. Da lag es nahe, dass sie auch nach der Schule ihrer sportlichen Leidenschaft die Treue hielt. Zurzeit engagiert sich die 19-Jährige beim Oldesloer Volleyball-Club, wo sie seit acht Monaten ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Nur wenige wissen, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr auch im Bereich Sport möglich ist. Mareike Eitner erfuhr davon eher zufällig von einer Freundin. Da sie auch gerne Volleyball spielt, bewarb sie sich beim Volleyball-Club Bad Oldesloe, dessen Vorsitzender Bernd Neppeßen auch Leiter des Projektes „Sport vor Ort“ ist. In Bad Oldesloe ist Mareike, die aus Rostock stammt, längst keine Unbekannte mehr. Seit drei Jahren ist sie Stammspielerin beim Frauenfußballclub (FFC) Oldesloe.

Bereits als Kind begann sie das Fußballspielen in einer B-Jugendmannschaft in Rostock, bevor sie als Zwölfjährige das Sportgymnasium in Neubrandenburg besuchte und dort im Internat wohnte. Gefördert wurde sie auch von ihrem Vater, der seine Tochter als passionierter Fußballspieler in jeder Hinsicht in ihrer Sportleidenschaft unterstützte, vor vier Jahren aber leider verstarb. Mareike besuchte noch zwei Jahre die Bargteheider Anne-Frank-Schule, wo sie ihre Fachhochschulreife erwarb. Seitdem wohnt sie als „Gasttochter“ bei der volleyballbegeisterten Familie Barg in Rümpel.

„Das FSJ Sport ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Mareike. „Hier sammelt man jede Menge Erfahrungen und wächst über sich hinaus“, so die junge Frau, die schon sehr früh gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb strahlt sie auch jede Menge Selbstsicherheit aus und verschafft sich damit auch den nötigen Respekt bei den Kindern und Jugendlichen, die sie in den unterschiedlichsten Projekten und Kursen betreut.

Die 19-Jährige ist an fünf Oldesloer Schulen aktiv, wo sie Mittagsaktivitäten und Sportkurse im Rahmen der Ganztagsschule anbietet. Außerdem gibt sie Turnstunden an der Grundschule West, was sie als ihr persönliches Highlight bezeichnet. Dagegen sei der Jugendtreff Ehmkenberg mit vielen Migrantenkindern ein echt harter Knochenjob, bei dem man sich durchboxen müsse, betont die junge Frau mit den kurzen blonden Haaren. „Aber daran wächst man“, meint Mareike lapidar, die nebenbei auch noch die U8-Mannschaft des FFC trainiert und beim Projekt „Sport vor Ort“ dabei ist.

Außer Fußball spielt sie Basket- und Volleyball, fährt gerne Inliner und Skateboard. Zu ihren Hobbys zählen außerdem das Fotografieren und das Videofilmen. Zurzeit arbeitet sie an ihrem FSJ-Jahresprojekt, einem Filmbeitrag über ihre Arbeit beim VC Bad Oldesloe mit dem Titel „Das Freiwillige Soziale Jahr als Schritt in Deine Zukunft“. „Damit möchte ich andere Jugendliche animieren, ebenfalls einen Freiwilligendienst zu leisten.“

Für eine 39-Stunden-Woche erhält sie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 280 Euro im Monat. Das ist nicht viel Geld, aber die Pluspunkte überwiegen. Auch in den Osterferien ist Mareike aktiv und bietet insgesamt acht Kurse im Rahmen des Ferienpasses an. Bei der Veranstaltung „Waveboard“ toben ein Dutzend Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit ihren Boards durch die Heinrich-Vogler-Halle. Es gibt Hindernisparcours, Staffelspiele und zum Abschluss eine lange „Waveboardschlange“. Die Kinder sind begeistert, auch wenn die junge Kursleiterin ab und zu mal laut werden muss, wenn jemand über die Stränge schlägt. Dass sie auch beruflich mit Kindern arbeiten möchte, ist beschlossene Sache. Erzieherin im Bereich Kultur-, Tourismus- und Freizeitarbeit ist ihr großer Wunsch. Falls das nicht klappt, geht sie erst mal für ein halbes Jahr nach Spanien, um dort in einem deutschen Kindergarten zu arbeiten. „Ich habe klare Ziele“, sagt Mareike Eitner. „Ich möchte mit Kindern arbeiten und Vorbild sein.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.4.2011

 

Mittwoch, 8. Juni 2011

Die Topmodels für den Mädchenfußball

Es kommt nicht nur auf eine perfekte Ballbehandlung an, die Ausstrahlung ist auch wichtig: Zwei Mädchen aus Bad Oldesloe kicken in einem Werbespot.

Petra Dreu – Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft wirft ihre Schatten voraus und sorgt für Aufregung bei zwei D-Jugend-Spielerinnen des FFC Bad Oldesloe: Ann-Celine Weigl und Hannah Jacobsen (beide 12) wurden für einen Film ausgewählt, der den Frauen- und Mädchenfußball in den Blick der Öffentlichkeit rücken soll.

Zwei Tage waren die beiden Schülerinnen der Ida-Ehre-Schule zu Dreharbeiten in Hamburg. Dort haben sie im Schanzenviertel auf Hinterhöfen vor Graffitiwänden gekickt, auf dem Bolzplatz haben sie Tore geschossen und sogar auf einem Parkdeck am Mümmelmannsberg drehte die Filmproduktionsfirma „Mental Works“ die einzelnen Spielszenen. 30 Mädchen hatte dafür ein Casting-Team ausgewählt: Die meisten spielen in Hamburger Fußballvereinen, nur zwei Mädchen kamen aus Hannover, und die beiden Oldesloerinnen waren die einzigen Spielerinnen aus dem Kreis Stormarn.

Einer Mitarbeiterin der Produktionsfirma, die selbst in der 2, Bundesliga spielt, hatte die D-Jugend des FFC (Frauenfußballclub) beobachtet und auf den Spot angesprochen. „Eigentlich wollten alle mitmachen“, erzählte Hannah Jacobsen, die heute ihren zwölften Geburtstag feiert. Die Einladung zum Filmset allerdings bekamen nur sie und Ann-Celine Weigl, und dann ging alles ziemlich schnell. „Eine Woche hatten wir Zeit, eine Bescheinigung vom Jugendamt, von der Schule und sogar vom Hausarzt zu holen, denn für die Dreharbeiten brauchten die Mädchen eine Arbeitserlaubnis“, erklärte Gabi Weigl (44). Sie begleitete die Mädchen gemeinsam mit Hannahs Mutter Sabine (44) zum Dreh. Damit die beiden Mütter nicht gerechnet hatten: „Plötzlich waren wir als Statisten selbst mit dabei und mussten jubeln, wenn eines der Mädchen ein Tor geschossen hat. Gefühlte 20 Mal ist diese Szene wiederholt worden. Besonders der erste Drehtag hat uns geschlaucht. Sieben Stunden haben wir in der Sonne gestanden“, erinnerte sich Sabine Jacobsen.

Von ihren Mädels, die mit der D-Jugend Kreismeister und Hallenkreismeister geworden sind, sind die Mütter schon einiges gewöhnt. In Hamburg jedoch lernten sie neue Facetten des Fußballs kennen. „Vom Kicken im Hinterhof bis hin zum Spiel in einem Stadion wurde von den Kameras die gesamte Bandbreite aufgenommen“, erzählte Sabine Jacobsen.

Beeindruckt waren Hannah und Ann-Celine. „Wir wurden ständig abgepudert und unsere Haare mit Spray fixiert“, grinste Hannah, die eher der burschikose Typ mit Baseballkappe ist und mit Schminken bislang nichts am Hut hat. Für sie zählt nur Fußball. Seit vier Jahren ist sie beim FFC dabei und spielt mit Vorliebe im Sturm, und das mit Erfolg, denn zusätzlich kickt sie in der Kreisauswahl der D-Jugend, Seit zwei Jahren ist Ann-Celine dabei, die Anni genannt wird und beim FFC als Stürmerin und Mittelfeldspielerin auf dem Platz steht.

Christine Ahlsdorff, als Produktionsleiterin für den Spot verantwortlich, hat von den Dreharbeiten einen bleibenden Eindruck: „Ich bin erstaunt, wie viele Mädchen Fußball spielen.“ Mit einem Klischee habe sie aufräumen müssen: Es sind keineswegs Mädchen, die lieber Jungen geworden wären. Im Gegenteil: Sie zeigen, dass sie richtige Mädchen sind, und hübsche noch dazu.“ In allen Stadien zu sehen

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 8.6.2011

 

Freitag, 17. Juni 2011

Endlich Frauenfußball beim VfB Lübeck

Grün-Weiß kooperiert mit dem FFC Oldesloe

Der VfB Lübeck, seit 1919 fest in Männerhand, hat im Jahr der Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland die Zeichen der Zeit erkannt und öffnet sich dem Frauenfußball.

Heute wurde ein Kooperationsvertrag mit dem FFC Oldesloe, Mitglied der 2. Bundesliga und bestes Team in Schleswig-Holstein, unterzeichnet. Der FFC wird ab dem 28. August seine Heimspiele in Grün-Weiß und mit dem VfB-Logo versehen auf dem Lübecker Buniamshof und auf der Lohmühle austragen.

Geplant ist, den FFC nach einer „Testphase“ als eigenständige Abteilung in den VfB zu integrieren. Details zu dem Projekt sollen am Sonnabend im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Lohmühle bekannt gegeben werden. An der Pressekonferenz werden auch Senatorin Annette Borns und Landrat Klaus Plöger teilnehmen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 17.6.2011

 

Wahlen beim FFC Oldesloe

nie. – Anja Völker wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung als 1. Vorsitzende für zwei Jahre wieder gewählt. Für den Bereich des Sponsorings konnte Markus Weißler gewonnen werden. In ihrem Amt bestätigt wurden Ingo Rickert (3. Vorsitzender), Michael Franke (Bereichsleitung Marketing) und Sigrid Fritz (Kassenführung). Vakant bleibt der Posten des 2. Vorsitzenden und auch für die Bereichsleitung Training- und Spielbetrieb fand sich kein Kandidat. Unbesetzt blieb die Bereichsleitung Soziales, nachdem sich Bärbel Backhaus nicht zur Wiederwahl stellte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.2011

 

Sonnabend, 18. Juni 2011

VfB entdeckt den Frauenfußball

Grün-Weiß betritt Neuland und kooperiert seit gestern mit dem FFC Oldesloe. Der Zweitligist spielt ab dem 28. August in den VfB-Farben auf dem Buni und der Lohmühle.

Die Einladung zur Pressekonferenz kam überraschend. Der VfB Lübeck ruft die Medienvertreter heute kurzfristig zur Lohmühle. Aber kein Spieler wird vorgestellt, es geht um ein neues Projekt, eines, von dem der VfB sich lange distanziert bat. Die Grün-Weißen öffnen sich dem Frauenfußball.

Und sie fangen nicht klein an, sondern fast ganz oben in der Bundesliga. „In Zusammenarbeit mit der Hansestadt Lübeck hat der VfB Lübeck gute Strukturen schaffen können, die Frauenfußball in Lübeck mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus gewährleisten“, heißt es geheimnisvoll in der Presseeinladung. Dahinter verbirgt sich eine Sensation: Der VfB Lübeck wird künftig mit dem FFC Oldesloe, Zweitbundesligist und bestes Team in Schleswig-Holstein, kooperieren. Die Verhandlungen dazu laufen seit November 2010, gestern unterzeichneten die Vorsitzenden Holger Leu und Anja Völker ein entsprechendes Abkommen. Am Abend wurden schließlich die FFC-Mitglieder in der Jahreshauptversammlung informiert. Nur die Frauen der 1. Mannschaft wussten vorher Bescheid, hatten sich jedoch zur Verschwiegenheit verpflichtet und diese auch eisern eingehalten.

Details zu der überraschenden „Hochzeit“ werden heute ab 10.30 Uhr bekanntgegeben, die Tatsache, dass auch Lübecks Sportsenatorin Annette Borns und der Stormarner Landrat Klaus Plöger an der Pressekonferenz teilnehmen werden, zeigt die politische Dimension der Angelegenheit. Nach LN-Informationen wird die Zusammenarbeit in mehreren Schritten vollzogen. Zunächst wird nur die Bundesliga-Mannschaft des FFC tangiert sein. Ihre neue Heimspielstätte wird der Buniamshof in Lübeck sein (erster Spieltag 28. August), Besondere Highlights werden im Lohmühlen-Stadion ausgetragen.

Per Eilentscheid des DFB darf der FFC künftig in Grün-Weiß spielen und das VfB-Logo tragen. Trainingsgelände und Spielstätte für die anderen FFC-Teams bleibt zunächst das Areal am Oldesloer Kurpark. Nach einer „Testsaison“ soll die Kooperation vertieft werden, Trainingsmöglichkeiten in Lübeck bereitgestellt, der FFC schließlich als eigene „Abteilung Frauenfußball“ im VfB integriert werden.

Eine Kooperation, wie die des VfB mit dem FFC ist übrigens nicht ungewöhnlich. Hannover 96 hat vor einem Monat einen entsprechenden Kontrakt mit Frauen-Neuzweitligist MellendorferTV abgeschlossen, im Emsland arbeiten der SV Meppen und Zweitligist Victoria Gersten zusammen. In Gersten nennt man dafür vor allem einen Grund, der auch Oldesloe angetrieben haben mag: Die Durchführungsbestimmungen des DFB an den Spielbetrieb werden auch im Frauenbereich immer strenger, und können in Städten wie Mellendorf, Gersten oder Oldesloe kaum noch erfüllt werden.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 18.6.2011

 

Sportmeinung

Willkommen, Mädels

Jürgen Rönnau – Es hat unglaublich lange gedauert, bis der VfB Lübeck sich endlich für den Frauenfußball geöffnet hat. Und ich muss gestehen, ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Von Aussagen wie „nur über meine Leiche“ aus verantwortlichem Munde noch vor wenigen Jahren bis zu ungenutzten Elfmetern in der Angelegenheit, wie dem Fußball-Mädchencamp vor vier Jahren, das die Frauenfußball-Ära beim VfB einläuten sollte, reichte die Negativ-Skala in Grün-Weiß.

Jetzt geht's also wirklich los und ich hoffe, die Sache wird eine Erfolgsgeschichte, vielleicht sogar eine Win-Win-Story. Der VfB könnte eine neue Zielgruppe mit ganz neuen Möglichkeiten erschließen, der FFC Oldesloe könnte (Knebel)-Bedingungen erfüllen, die der DFB auferlegt. Der FFFC wird mit seinem Bundesliga-Fußball auf jeden Fall für Belebung sorgen im – sorry, alte Hansestadt – etwas sportprovinziellen Lübeck. Herzlich willkommen also, Mädels!

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 18.6.2011

 

Diese Leiche kennen wir doch

Richtig, in der Umkleide, mitten in einer Blutlache liegt Filiz Koc, Ex-Spielerin in der Zweitliga-Mannschaft des FFC Oldesloe. Sie spielt im Tatort am Sonntag (20.15 Uhr, ARD) an der Seite von Ulrike Folkerts (Lena Odenthal) und Andreas Hoppe (Mario Kopper) die Fußballerin Fadime Gülüc. Erst posiert sie für einen Fotografen noch im Tor, kurz darauf liegt sie ermordet in der Dusche…

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.6.2011

 

Sonntag, 19. Juni 2011

FFC-Frauen entern die Lohmühle

Zweitliga-Fußballerinnen freuen sich auf die Kooperation mit dem VfB Lübeck. Gestern inspizierten sie ihre neue Heimat und träumten bereits von der 1. Bundesliga.

Die Verlobung ist vollzogen und die Hochzeit fest eingeplant: Frauenfußball rund um die Lohmühle ist beschlossene Sache und die Kooperation zwischen Zweitligist FFC Oldesloe sind dem VfB Lübeck verschriftet. So herrschte gestern bei der offiziellen Verkündung im VIP-Raum des Lohmühlen-Stadions fast ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frau und Mann, denn zehn Spielerinnen des neuen Partners waren nach Lübeck gekommen, um ihr neues Zuhause zu inspizieren. VfB-Vorstandssprecher Holger Leu erklärte zufrieden: „Wir sind sehr glücklich über diese Kooperation. Wir prüfen nun für ein Jahr das Miteinander, um dann im zweiten Schritt den endgültigen Zusammenschluss zu vollziehen. Wir sind also verlobt und geloben in einem Jahr zu heiraten.“ Die Idee entstand auf der Geburtstagsparty von Leu. Nach dem „dritten oder vierten Glas Rotwein“ sei der VfB-Vor-stand mit FFC-Trainer Michael Clausen auf dieses Thema zu sprechen gekommen. Das war im Dezember. Es folgten viele konstruktive Gespräche.

Sportlich erfolgt nun der erste Anstoß am 28. August auf dem Buniamshof, wo die meisten Zweitliga-Heimspiele des FFC ausgetragen werden. Stehen Spitzenspiele an, öffnet sogar das Lohmühlen-Stadion den talentierten Damen die Pforten. Die Vorfreude ist spürbar. So betonte Leu: „Männer und Frauen begegnen sich beim VfB auf Augenhöhe. Unser Ziel ist Leistungsfußball.“ Dabei schwirrte sogar das Thema 1. Bundesliga durch die Räumlichkeiten. Clausen bestätigte dies, erläuterte: „Wir profitieren natürlich vom Abstieg Holstein Kiels und vom Abmelden der HSV-Reserve. Daher wollen wir in zwei bis drei Jahren rauf ins Oberhaus.“

Auch der finanzielle Rahmen ist bereits gesteckt – und belastet „in keinster Weise“ den Etat der VfB-Halbprofis, wie Finanzboss Uwe Walter betonte. Der FFC-Spielbetrieb trägt sich selbst (Einnahmen, Sponsoring), hinzu kommen zusätzlich vom VfB akquirierte Sponsoren, so dass der Jahresetat von 65.000 auf 90.000 erhöht werden konnte.

Die Zukunft hat begonnen. Auch in punkto Infrastruktur. Denn Friedrich Thorn (Bereichsleiter Schule und Spott) von der Stadt Lübeck versprach. „Bis zum Jahresende wird sich der Grandplatz am Stadion in einen Kunstrasenplatz verwandeln.“

Davon profitieren künftig auch die Fußballerinnen. In der kommenden Saison aber trainieren die FFC-Frauen und -Mädchen noch im Kurpark in Bad Oldesloe. Mit der Saison 2012/13, wenn der FFC komplett zum VfB überwechselt, stellt sich dann natürlich die Frage nach den Trainingsplätzen. Denn im Gefolge der Liga-Mannschaft wechseln auch die Reserve sowie die Leistungsteams der Mädchen an die Lohmühle. Hierzu sagte der VfB-Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Piest: „Wir können auf den Rasen der Seals-Footballer ausweichen, müssen dort aber noch die Kabinen-Problematik klären.“ Weitere externe Platznutzungen werden geprüft.

Zukunftsmusik. Grün-Weiß freut sich nun auf weibliche Bereicherung, und setzt auf einen Image-Gewinn. Walter bringt es auf den Punkt: „Frauenfußball ist sympathisch. Beide Seiten profitieren. Das ist eine Win-Win-Situation.“

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 19.6.2011

 

Zustimmung für die Kooperation, aber Mitglieder waren nicht eingeweiht

FFC Oldesloe bewertet Zusammenschluss mit VfB Lübeck als historische Chance“. Zukunft des jüngsten Nachwuchses in Bad Oldesloe.

ing. – Am Abend vor der gemeinsamen Pressekonferenz in Lübeck hatte der FFC Oldesloe seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung geladen. Doch wer erwartet hatte, dass sich die Pläne des Klubs schon unter den Mitgliedern herumgesprochen hätten und deshalb ein besonderes Interesse an den Ausführungen des Vorstandes bestehen würde, wurde eines Besseren belehrt. 30 Personen versammelten sich im Klubhaus am Kurparkstadion, 20 davon waren stimmberechtigte Mitglieder.

„Wir hatten im Vorfeld nur die Spielerinnen der ersten Mannschaft über unsere Pläne mit dem VfB informiert. Wir wollten nicht, dass alles schon zuvor die Runde macht und zu viele Fehlinformationen verbreitet werden“, begründete die Vereinsvorsitzende Anja Völker die extrem defensive Informationspolitik. Kritische Fragen der Mitglieder blieben so aus. So stießen die Ausführungen von Völker und FFC-Sportmanager Andre Niemann ebenso auf offene Ohren wie der anschließende „Gastauftritt“ von VfB-Vorstand Holger Leu und Finanzboss Uwe Walter.

Während Niemann von einer „historischen Chance für uns alle“ sprach und aufzeigte, dass der FFC nach dem Abstieg von Holstein Kiel und dem Ausstieg des Hamburger SV II nun auch „eine andere Tabellensituation“ als verlockende Perspektive habe, war Leu gekommen, um „die Sorge einer feindlichen Übernahme zu zerstreuen. Obwohl Leu nicht verschwieg, dass sein Klub keineswegs „auf Rosen gebettet“ und die Infrastruktur „nicht optimal“ sei, Umso mehr sei er „super stolz“, dass in guten Gesprächen seit dem 12. Dezember 2010 alle Hürden genommen worden seien, „um beim VfB auch im Frauenbereich Leistungsfußball anbieten zu können“. Die Mitglieder klopften zum Zeichen ihrer Zustimmung auf die Tische, wenngleich die Frage, wie es nach dem ersten Schritt, der Kooperation in der kommenden Saison, weitergehen könnte, offen blieb.

Norbert Schallehn, seit einer Woche neuer Jugendwart des FFC, kann sich mit Blick auf die jüngeren und weniger ambitionierten Mädels weiterhin einen FFC mit Spiel- und Trainingszeiten in Bad Oldesloe vorstellen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 19.6.2011

 

Montag, 20. Juni 2011

Stimmen zur Kooperation

Stormarns Landrat Klaus Plöger:

„Ich bin begeistert. Der FFC hat sich in der 2. Liga etabliert und jetzt die Chance, vielleicht noch höher zu klettern. Wenn wir Männer uns etwas zurücknehmen und die Frauen ranlassen, könnte das funktionieren. Wir könnten alle davon profitieren. Ich jedenfalls bin nicht böse über die Entscheidung des FFC, denn Lübeck bietet eine große Chance für den Verein und seine Spielerinnen – und das Leben in Oldesloe besteht ja auch nicht nur aus Fußball.“

FFC-Trainer Michael Clausen:

„Wir waren gezwungen, uns Gedanken zu machen, wie es weitergeht beim FFC. Unsere Trainingssituation im Travestadion ist nicht optimal. Wir müssen uns mit zwei Vereinen das Areal teilen. In Lübeck finden wir nun alles vor, was wir benötigen, um unser Ziel, in die 1. Liga aufzusteigen, zu verwirklichen.“

FFC-Vorsitzende Anja Völker:

„Ich hoffe, dass sich niemand im Verein von uns übergangen fühlt und uns alle treu bleiben. Wir haben zunächst nur die Spielerinnen der ersten Mannschaft informiert, weil wir nicht wollten, dass im Vorfeld Fehlinformationen an die Öffentlichkeit kommen. Nach fünf Jahren wollten wir unseren Mädels ermöglichen, noch leistungsorientierter zu spielen. Wir können jetzt in Topstadien wie dem Buniamshof oder auf der Lohmühle auflaufen. Lübeck ist eine Chance, dass Spielerinnen aus Lübeck, Stormarn, Hamburg oder Segeberg den Weg zu uns finden. Mut macht mir die Tatsache, dass es auch bei anderen Kooperationen funktioniert hat, der große Knall ausgeblieben ist.“

FFC-Spielerin Svenja Fritz:

„Ich bin seit der Jugend beim FFC, habe mitgeholfen, dass wir uns in der 2. Liga etablieren. Mein Gefühl war zuletzt, dass wir zu wenig Unterstützung von der Stadt und den Vereinen in Bad Oldesloe erhalten haben. Wir brauchen mehr Unterstützung, und ich glaube, dass wir die in Lübeck bekommen werden.“

FFC-Torjägerin Gaitana Lippert:

„Der VfB hat einen hohen Stellenwert in der Region. Davon können und wollen wir profitieren. Ich bin zuversichtlich, dass in Lübeck die Gleichberechtigung genauso wie in Oldesloe praktiziert wird. Das war damals ein Grund, warum der FFC ins Leben gerufen wurde.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.6.2011

 

Dienstag, 21. Juni 2011

Hochzeit mit Nebenwirkung

Das neue Paar erhofft sich einen prestigeträchtigen Zusammenschluss ohne Verlierer. Doch wenn in einem Jahr der VfB Lübeck in der 2. Bundesliga spielen soll, muss sich der FFC Oldesloe auflösen, stellt der DFB klar.

Christian Schlichting – Die Verlobung ist verkündet, die Hochzeit für den nächsten Sommer geplant. Der FFC Oldesloe als Braut und der VfB Lübeck als Bräutigam haben sich das Jawort versprochen. Aber über die Auswirkungen der geplanten Ehe wurde bisher offenbar weder unter den Brautleuten noch mit deren Angehörigen ausführlich gesprochen. Aus Sorge vor Widerstand, oder weil Liebe blind macht?

Der VfB Lübeck als Platzhirsch der Region hat sich einen weiblichen Partner angelacht, und andersherum. Und beide versprechen sich von der Liaison eine bessere Zukunft. Der VfB freut sich über ein frischeres und freundlicheres Erscheinungsbild durch das weibliche Geschlecht, das noch dazu sportlich in der zweithöchsten Liga spielt, was gut fürs Renommee ist. Der FFC Oldesloe erhofft sich durch seinen angesehenen Partner einen gesellschaftlichen Aufstieg, nützliche Kontakte und zusätzliche Vergünstigungen. Und gemeinsam wollen sie noch weiter voran, sogar erstklassig werden.

Das junge Glück ist also voller Vorfreude, aber auch ein wenig in Sorge, dass von den Angehörigen aus Bad Oldesloe einige den Umzug nach Lübeck allein schon wegen der Entfernung scheuen, Eine Abneigung gegen die neue Patchworkfamilie, für die das Brautpaar sehr wohl Verständnis zeigt: „Das ist vor allem bei den jüngeren Jahrgängen nachvollziehbar“, sagt Anja Völker, seit 2005 als Vorsitzende das Gesicht des FFC, und zeigt den Skeptikern deshalb eine Perspektive auf, die auch schon der neue FFC-Jugendwart Norbert Schallehn als denkbar, ja wünschenswert bezeichnete: Man könne die Frauen-Teams und die leistungsorientierten Mädchen zum VfB nach Lübeck mitnehmen, die jüngeren

Oder weniger ambitionierten Spielerinnen weiterhin im FFC und somit in Bad Oldesloe spielen lassen.

Kann also jeder auf seine Art an seinem Ort glücklich werden? Schön wär's. Doch da dürfte der Deutsche Fußball-Bund die Liebenden aus allen Träumen reißen. Pia Hess, Abteilung Frauen- und Mädchenfußball beim DFB, stellt klar, dass der FFC Oldesloe aufgelöst werden muss, wenn der VfB dessen Spielrecht in der 2. Bundesliga übernehmen will. Sie verweist auf Paragraph 62, Absatz 3 der DFB-Spielordnung. Dort heißt es, dass „sämtliche Mitglieder der Frauenfußballabteilung eines Vereins“ aus einem Verein austreten müssen, wenn „sie einen eigenen Verein gründen oder sich einem anderen Verein anschließen“ wollen und dieser die Rechtsnachfolge antreten soll. Die wiederum ist wichtig, weil nur der Rechtsnachfolger die Lizenz erhält, mit der bisher noch der FFC in der 2. Liga spielt.

Nicht nur die attraktive Braut wird also ihren Mädchennamen aufgeben müssen, er wird auch für eine kleine Schwester nicht mehr nutzbar sein, Das sollten die Brautleute bei allen positiven Zukunftsperspektiven realisieren – und es alle Angehörigen wissen lassen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 21.6.2011

 

Reaktionen aus Lübeck und Bad Oldesloe

Patrick Thoms, 1. Vorsitzender FFC United Lübeck, Leiter Frauen- und Mädchenausschuss KFV Lübeck:

„Zunächst handelt es sich ja nur am eine Spielortverlegung. Insofern ist es schön, auch in Lübeck höherklassigen Frauenfußball sehen zu können. Allerdings ist fraglich, ob es später in ganzer Breite zum Zusammenschluss kommt, zumal der VfB mit seinen Mannschaften ja jetzt schon genug Platzprobleme hat.“

Peter Reinecker, Mädchen- und Frauentrainer TSV Kücknitz:

„Das Projekt wird eine Zugnummer für den Großraum Lübeck. Vielleicht kann dadurch auch der Trend der sinkenden Mannschafts-Meldezahlen im hiesigen Mädchenbereich gedreht werden. Die neue Konkurrenz sehe ich positiv, da die besten Talente uns ohnehin ab den B-Juniorinnen in Richtung Oldesloe verlassen. Wir können nur den Breitensport abdecken.“

Werner Volkmann, Mädchen- und Frauentrainer sowie Vorsitzender beim TSV Dänischburg:

„Ich habe große Bedenken. Warum gibt ein so erfolgreicher Verein wie der FFC seine Identität auf? Natürlich ist das ein gefundenes Fressen für den VfB, dem auch noch sofort ein Kunstrasenplatz versprochen wird. Und wir kleinen Vorortvereine sollen den Nachwuchs ausbilden, der später zur Lohmühle abwandert...“

Nicole Kerkau, Jugendobfrau des KFV Stormarn (bisher FFC-Mitglied):

„Ich bin als Reaktion darauf aus dem Verein ausgetreten. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist kaum noch eine Oldesloer Nachwuchsspielerin im Klub, auch wenn sie in Oldesloe trainieren sollten. Was ich nicht glaube, weil die anderen Vereine die Plätze nutzen wollen. Die Mädchen werden zum VfL gehen oder gar nicht mehr Fußball spielen.“

Hans-Joachim Kröger, Jugendabteilungsleiter VfL Oldesloe:

„Ob wir von dieser Entwicklung profitieren, weiß ich nicht. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass der FFC seine sportlichen Ziele auf diesem Wege erreicht. Für die Stadt Bad Oldesloe und die örtlichen Politiker ist es eine Bankrott-Erklärung, dass eine Kreisstadt die Rahmenbedingungen für einen so erfolgreichen Klub nicht schaffen kann.“

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 21.6.2011

 

Bürgermeister fühlt sich vom FFC Oldesloe übergangen

Stadtobere waren über Kooperationspläne des Frauenfußballclubs mit dem VfB Lübeck nicht informiert

nie. – Die Nachricht von der Kooperation zwischen dem VfB Lübeck und dem FFC Oldesloe und der damit einhergehenden Abwanderung der ersten Frauenmannschaft des FFC nach Lübeck schlug auch in der Bad Oldesloer Verwaltung wie eine Bombe ein. „Vollkommen unerwartet“ traf die Nachricht Jan Kreutzer, seit einigen Monaten Sportbeauftragter der Stadt. Er war am Freitag zur Jahreshauptversammlung des FFC gekommen, um sich dem Verein vorzustellen, über seinen Job und seine Aufgaben zu berichten und über die Zukunft des Clubs sprechen zuwollen. Dabei ging er von einer Zukunft in der Kreisstadt aus. „Für die Stadt Bad Oldesloe ist das ein großer Verlust“, sagte er. Allerdings könne er den Schritt aus „sportlicher Sicht nachvollziehen“. Außerdem freue er sich als Lübecker Bürger für den Fußball in seiner Heimatstadt. Ein Satz, der vielen Oldesloern von „ihrem“ Sportbeauftragten sicher nicht gefallen dürfte.

Kreutzer hoffe im Sinne des Sportes, dass der Plan aufgehe und sehe in Lübeck infrastrukturell auch die besseren Möglichkeiten. „Ich hoffe, dass in Lübeck Bürgermeister, Verwaltung und Politik mit einer Stimme sprechen“, gab er den Fußballerinnen der ersten Mannschaft mit auf den Weg. Er selbst habe den Auftrag, auch weiterhin in Bad Oldesloe das Sportgutachten umzusetzen. Da sei von neuen Plätzen und Hallen die Rede, allerdings habe die Stadt dafür zurzeit kein Geld. Ein Umstand, den die FFC-Verantwortlichen immer wieder beklagten. „Wir haben in unserem Rahmen schon eine Menge versucht und für den FFC teure Investitionen getätigt“, erklärte Kreutzer mit Blick auf die neuen Umkleidekabinen direkt vor dem Fenster der Gaststätte im Kurparkstadion, in der die Versammlung stattfand. Kreutzer war, in dieser Situation verständlich, eine gewisse Überforderung anzumerken, schließlich wurde auch er als Sportbeauftragter der Stadt von einem der Vereine für die er erster Ansprechpartner vor Ort sein sollte, vor vollendete Tatsachen gestellt.

Ein Umstand, der Bürgermeister Tassilo von Bary sogar wütend macht: „Ich finde das Vorgehen des FFC absolut enttäuschend“, sagte er. „Hier ist sehr viel Vertrauen verspielt worden“. Ständig sei man in der Vergangenheit im Dialog gewesen und habe nach Lösungen gesucht, um den Verein zu unterstützen. Nur in diesem speziellen Fall eben nicht. „Das ist schon ein ungeheuerlicher Vorgang. Ich bin sehr enttäuscht und für Bad Oldesloe ist das ein herber Schlag, dass eine so erfolgreiche Mannschaft die Stadt verlässt“. FFC-Vorsitzende Anja Völker hält dagegen: „Der Bürgermeister hat doch von den Plänen gewusst.“

Dass der Verein von Bary nicht einmal zur Pressekonferenz auf die Lohmühle eingeladen habe, als Bürgermeister der Stadt, aus der der kooperierende Verein stamme, sei für ihn „vollkommen unverständlich“. Stattdessen habe man Landrat Klaus Plöger eingeladen. „Die Stadtverwaltung Bad Oldesloe hat man komplett übergangen. Wir waren offensichtlich bereits außen vor“.

Wie es in der Zukunft weitergehe, werde sich zeigen. Aber dass eine Mannschaft, die in Lübeck ihre Heimspiele austrage und mit dem grün-weißen Trikot ihre Zugehörigkeit zu Lübeck symbolisiere, ohne Weiteres in Oldesloe trainiere, sei nicht selbstverständlich. „Das sind neue Vorzeichen, über die wir reden müssen“, so der Bürgermeister. Schließlich habe man in Oldesloe einen Mangel an Plätzen und Trainingsmöglichkeiten. Die vorhandenen könne man „auch gut für andere Vereine nutzen“, stellte von Bary klar. Sollte der FFC Oldesloe komplett nach Lübeck abwandern, sei eine Rückkehr bei Misserfolg oder einem Ende der Kooperation, wie von der 1. Vorsitzenden Anja Völker als Option genannt, nicht mehr so einfach. „Dann müssten wir schauen, ob wir noch einen freien Platz finden“, so von Bary.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.6.2011

 

„Werden vielleicht der neue Sympathieträger“

FFC-Vorsitzende Anja Völker blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die ungewisse Zukunft

nie. – Nach der Jahreshauptversammlung des FFC Oldesloe am vergangenen Freitag zeigte sich Anja Völker erleichtert, dass es vorbei war. Die Neuigkeit von der Kooperation mit dem VfB Lübeck war endlich raus. „Die letzten Wochen haben ganz schön geschlaucht“, gibt die Vorsitzende des FFC ohne Umschweife zu. „Jetzt blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft“. Natürlich habe man schöne Zeiten in Bad Oldesloe erlebt. „Aber nun steckten wir fest. Wir kamen nicht weiter, traten auf der Stelle“.

Im Mittelfeld der 2. Liga hätte man sich mit viel Kraftanstrengung weiterhin halten können. Für mehr reiche es aber nicht. Bisher habe man noch keine Probleme mit den Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes bekommen. Aber die Anforderungen würden stetig steigen. Dazu kommen Probleme mit den Anwohnern, die sich bei Spielen über Lärmbelästigung beschweren würden. „Sollen wir warten, bis uns das am Ende das Genick bricht?“, so Völker. Bad Oldesloe habe den Verein in letzter Zeit versucht zu unterstützen. „Aber wir wissen, dass kein Geld da ist“. Und auch die Platzverhältnisse in der Kreisstadt würden Probleme bereiten. „Viele Schiedsrichterinnen drücken beide Augen zu, denn eigentlich ist der Rasen nicht gut genug“. An eine Erweiterung des Stadions mit dem Bau einer Tribüne sei nicht zu denken. Damit sei der Weg in die 1. Liga quasi versperrt. Völker wisse nicht, wohin die Reise geht, gibt sich aber optimistisch. Es werde sich zeigen, wie ernst es der VfB meine, gerade dann, wenn es kriseln könnte. „Wir wissen, dass der VfB die Kooperation auch aus Gründen der Imagepflege eingeht. Und natürlich spielt es auch eine untergeordnete Rolle, dass die Frauen-WM vor der Tür steht. Frauenfußball steht gerade hoch im Kurs, weiß Völker. Es gehe ihr allerdings auch darum, wie man den Frauenfußball in Schleswig-Holstein fördern könne und wie man bessere Rahmenbedingungen schaffen kann, der Blick durch die Vereinsbrille sei daher nicht der richtige. „Wer jetzt sagt: Nur der FFC, nur der FFC, der hilft uns nicht weiter“.

Die nächste Saison werde zeigen, ob der gemeinsame Plan des FFC und des VfB aufgeht. „Zurückkommen können wir immer noch“, glaubt Völker. Zunächst werde ja auch nur die erste Mannschaft in Lübeck ihre Heimspiele austragen. Das Training und alle weiteren Mannschaften haben ihre Heimat weiterhin in der Kreisstadt. „Das ist ein großes Abenteuer, aber alle machen mit. Es eröffnen sich dadurch ganz neue Möglichkeiten für uns. Und wer weiß, vielleicht werden wir ja der neue Sympathieträger in Sachen Fußball in Lübeck“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.6.2011

 

Sonnabend, 25. Juni 2011

Kindsköpfe, Kicker, Kompromisse

Andreas Olbertz/Volker Stolten – Abgehauen. Was für eine Klatsche: Die Damenmannschaft des Fußball-Zweitligisten FFC ist das sportliche Aushängeschild der Stadt, und dieser FFC hat vergangene Woche überraschend verkündet, dass er nach Lübeck abwandert. In Oldesloe hat keiner was davon gewusst. Der Sportmanager in der Verwaltung wurde zehn Minuten vor der offiziellen Verkündung informiert, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Als Laie fragt man sich natürlich: Was wollen die in Lübeck? Der VfB ist quasi pleite, die Stadt sowieso und mit Sportplätzen sind sie auch nicht gerade gesegnet. Trotzdem soll dort alles besser werden? Na, wenn das mal kein Eigentor war. In Bad Oldesloe scheint jedenfalls viel Geschirr durch diesen Alleingang zerschlagen zu sein ... und das, wo gerade die Neuvergabe der Sportplätze ansteht. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.6.2011

 

Dienstag, 28. Juni 2011

DFB zeichnet Anja Völker vor WM-Auftakt aus

bjl. – Ein ausverkauftes Olympiastadion, mehr als 70.000 Zuschauer, und Anja Völker für einen kurzen Moment im Mittelpunkt. Die 1. Vorsitzende des FFC Oldesloe wurde vor dem Eröffnungsspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Berlin zwischen Deutschland und Kanada (2:1) vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt. Gemeinsam mit bundesweit 99 weiteren Ehrenamtlichen gehört sie zum „Club 100“, in dem vom DFB jährlich vorbildliche Vereinsmitarbeiter aufgenommen werden. Die Laudatio bei der Ehrung hielt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Der Ehrenamtspreis ist seit 1997 ein wichtiger Bestandteil der „Aktion Ehrenamt“ des DFB und seiner Landesverbände.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.6.2011

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