FFC Oldesloe

Die Spielzeit 2007/08 – Allgemeines

 

Dienstag, 2. Oktober 2007

Hausherren vom SC Union Oldesloe behindern Training der FFC-Fußballerinnen

Wir müssen leider draußen bleiben

Am Tag nach dem WM-Triumph der DFB-Frauen hängt der Haussegen in der Oldesloer Fußballwelt schief: Der SC Union hat gestern dem Frauenfußballclub (FFC) Oldesloe den Zutritt zu den beiden Umkleideräumen verwehrt und das Flutlicht blockiert.

Harald Voss – Die Mädchen der B-Jugend des FFC staunten nicht schlecht, mussten sie sich doch zwischen Mülltonne und Auto hinter dem Vereinsheim umziehen. Als das Flutlicht ausgeschaltet blieb, fiel später das Training für die Zweitliga-Mannschaft aus. Grund: Zwistigkeiten wegen der Energiekosten.

Union ist Pächter des städtischen Stadions, der Vertrag läuft noch bis zum 31. Dezember 2008. Der FFC hat mit dem SC einen Nutzungsvertrag abgeschlossen, für die Fußballerinnen 100 Euro pro Monat bezahlen. Das Kurparkstadion wird darüber hinaus von Spiridon Oldesloe sowie den Schulen genutzt, weitere Energiekosten verursacht die Vereinsgaststätte.

Walter Albrecht, Vorsitzender des vor 100 Jahren gegründeten SC Union, bezog Stellung: „Ja, wir wollen vom FFC die Schlüssel. Das ist ja auch unsere letzte Option“, begründet Albrecht. „Der Spielbetrieb für die 2. Frauen-Bundesliga wird aufrecht erhalten. Wir wollten die gemeinsame Nutzung in Harmonie betreiben, doch das ist wegen der miserablen Zahlungsmoral des FFC nicht möglich.“ Die fehlenden Zahlungen allein seien schon schlimm genug. Doch der Vorwurf, bei Union gebe es „Spanner“, setze allem die Krone auf. Zudem, so Albrecht, sei das Kurparkstadion mit Spiel- und Trainingsbetrieb überlagert. „Die Kapazitäten machen ein Miteinander unmöglich.“

Das sieht die FFC-Vorsitzende Anja Völker anders, „Wir brauchen eine Heimat, und die ist im Kurparkstadion. Zudem müssen und wollen wir als Zweitligist in die Anlage investieren.“ Der FFC-Vorstand habe aber überhaupt kein Verständnis, dass Union als Pächter der Anlage eine Nachzahlung über 5500 Euro vom FFC fordere, mit der lapidaren Begründung, die Energiekosten seien gestiegen und ohne eine detaillierte Abrechnung. „Wir zahlen doch nicht auf Zuruf 5000 Euro.“

Sie habe Albrecht in der Vergangenheit mehrfach aufgefordert, eine übersichtliche Betriebskostenrechnung vorzulegen. Entsprechende Quittungen oder Verträge zu Einzelpositionen seien offenbar nicht belegbar. Als Völker im Juni mit dem SC Union die Abrechnungen durchgegangen war, habe sich für die Bewirtschaftung des Kurparks sogar ein leichtes Plus ergeben. „Es ist schwer mit den SC-Herren. Union sieht wohl eine Chance, als alleiniger Pächter entsprechende Einnahmen zu erzielen. Wir aber wollen ein Betriebskonto, um gegenüber unseren Mitgliedern Rechenschaft ablegen zu können.“

Die FFC-Vorsitzende verweist darauf, dass man vor anderthalb Jahren begonnen habe, mit Union Gespräche hinsichtlich eines Kooperationsvertrages zu führen. Die Stadt hatte hierfür auch einen neuen Pachtvertrag ausgearbeitet, den dann Albrecht im Juni nicht mehr habe unterschreiben wollen.

In Abstimmung habe der FFC nach den beiden Frauenteams in dieser Saison auch die restlichen Mädchenteams in den Kurpark geholt. Auch sei man durchaus kooperativ, denn als der SC Union im Dezember 2006 Geld gebraucht habe, seien 1000 Euro überwiesen worden und im April 2007 nochmals 500 Euro. Doch der Zwist der Funktionäre eskaliert: Der FFC zahlt seit August monatlich 200 Euro auf ein Sperrkonto ein – bis zur Klärung der von Union erhobenen Forderungen. Zudem hat Völker in einem Schreiben Walter Albrecht aufgefordert, die im Juni abgestimmten Trainings- und Spielzeiten zu gewährleisten. Auch soll der Unions-Vorsitzende Sorge tragen, dass der Sportliche Leiter des SC seine provozierenden Behinderungen der FFC-Sportaktivitäten einstellt. Albrecht möge außerdem gewährleisten, dass während der FFC-Zeiten weder Jungen noch Männer des SC oder deren Gäste die Umkleiden (die überdies bislang in einem erbärmlichen Reinigungszustand seien) wissentlich betreten, wenn die unter 16-jährigen Mädchen diese noch nutzen. Ansonsten werde der FFC polizeiliche Maßnahmen einleiten.

Gestern spitzte sich die Situation zu: Walter Albrecht und Fußballobmann Hans-Dieter Mareck sorgten dafür, dass der FFC weder die Umkleideräume betreten noch das Flutlicht nutzen konnte. Die B-Jugend zog sich notgedrungen im Freien hinter dem Vereinsheim um, und für die erfolgreichen Zweitliga-Fußballerinnen fiel in der einbrechenden Dunkelheit das Balltraining aus. Die Funktionärsfronten sind so verhärtet, dass man gespannt sein darf, wer sie zum Einlenken bewegt.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 2.10.2007

 

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Jetzt ist der Laden dicht

Union Oldesloe hat als Pächter des Kurparkstadions dem FFC fristlos gekündigt. Das könnte für den Zweitliga-Spielbetrieb der Fußballfrauen fatale Folgen haben. Erste Hilfe leistet die Stadt, die kurzfristig Sanitärräume zur Verfügung stellt.

Harald Voss – „Wir sind Weltmeister“, während die männlichen Fans bundesweit den „Heldinnen von Shanghai“ zu Füßen liegen, lässt der Männer-Kreisligist Union Oldesloe den Frauen gegenüber seine Muskeln spielen. Als Pächter des Kurparkstadions kündigte der Traditionsverein von 1907 Jetzt dem Fußball- Zweitligisten FFC (gegründeten 2000) den Nutzungsvertrag.

Der Frauenfußballclub soll nach dem Willen des Unions-Vorstandes den städtischen Platz zwar nutzen können, jedoch ohne Umkleideräume und ohne Flutlicht.

Mit Schreiben vom 30. September hat Union alle Vereinbarungen fristlos gekündigt und den FFC aufgefordert, alle Schlüssel der Anlage Kurparkstadion abzugeben, die Nutzungen von Kabinen zu unterlassen nur noch zu den Zeiten zu trainieren, in denen kein Flutlicht benötigt wird.

Das würde vor allem die Frauen der Zweitliga- und in die Verbandsliga-Mannschaft treffen. FFC-Vorsitzende Anja Völker ersuchte gestern die Stadt um Hilfe, die diese gewähren will. Zumindest das heutige Punktspiel der B-Jugend sollte wie angesetzt um 11 Uhr ausgetragen werden können.

Union hatte bereits im Juli in einer Grundsatzbetrachtung gegenüber der Stadt die „komplexe, schwierige Situation“ dargestellt und unterstrichen, dass es nicht allein um ein Problem zwischen dem FFC und Union gehe. Vielmehr wurde sehr differenziert darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Kurparkanlage durch einen aufstrebenden Frauen-Bundesligisten und einen Traditionsverein zu erheblichen Schwierigkeiten führe. Vorausgesetzt, man betrachtet die Sportplatzsituation in der Stadt ganzheitlich, denn diese ist nach SC-Auffassung unübersichtlich.

Dass die FFC-Frauen ihr Montag-Training dennoch absolvieren konnten, verdanken sie dem VfL Oldesloe. Am Masurenweg räumten die VfL-Männer eine Spielfeldhälfte. „Das war zwar nicht ideal für uns, wir sind für das Entgegenkommen aber dankbar“, freute sich Anja Völker.

Rolf Steinhoerster, Leiter des Bauamtes, verweist auf die gemeinsame Erklärung aller vier Vereine in der Stadt, sich die Sport- und Spielstätten zu teilen. Der SC Union habe einen gültigen Pachtvertrag mit der Stadt bis 31. Dezember 2008. Gegen diesen verstoße der Verein bisher nicht, „wir können Union nicht bezwingen“. Um die Situation zu entkrampfen, stellt die Stadt dem FFC die Sanitärräume in der Schule am Kurpark für den heutigen Spieltag sowie für die Wochenendspiele der Zweite Bundesliga und der Verbandsliga zur Verfügung.

Zudem versucht die Stadt seit anderthalb Jahren, eine Kooperation beider Vereine zu moderieren – bislang ergebnislos. Steinhoerster: „Beide Vereine brauchen doch einander. Wir gehen davon aus, dass der SC Union den Trainings- und Spielbetrieb des FFC gewährleistet.“

In diesem Zusammenhang mutete die Szenerie am Montagabend bizarr an: kaum hatten die beiden FFC-Teams das Kurparkstadion verlassen, wurde das Flutlicht eingeschaltet, und die A-Junioren der Spielgemeinschaft Union/VfL tauchten auf, um während der vereinbarten FFC-Zeit munter zu trainieren.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 3.10.2007

 

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Union und FFC einigen sich

hav. – Die Spannungen zwischen dem Zweitligisten Frauenfußballclub (FFC) Oldesloe und dem SC Union Oldesloe sollen mittelfristig beigelegt werden. Hierauf haben sich die Vorstände beider Vereine geeinigt.

„Wir haben eine Nutzungsvereinbarung für das Kurparkstadion beschlossen, deren Inhalt bis auf weiteres sicherstellt, dass die Sportler beider Vereine den Trainings- und Spielbetrieb ungehindert durchführen können“, heißt es in einer Erklärung der Vorsitzenden Anja Völker (FFC) und Walter Albrecht (Union).

Die Vereinbarung solle der erste Schritt zu weiteren Gesprächen der Vereine sein. Hierbei ist das erklärte Ziel, einen Kooperationsvertrag zu schließen, der die Grundlage für eine mittel- bis langfristige gemeinsame Nutzung des Kurparkstadions bilden soll. Die Stadt Oldesloe als Eigentümerin des Stadions ist über die jüngsten Entwicklungen unterrichtet.

Beide Klubs sind sich zudem einig, dass allein der Fußballsport, und hier vor allem die Förderung der Oldesloer Kinder und Jugendlichen, im Vordergrund aller Überlegungen stehen sollte. Um die Annäherung nicht zu gefährden, wollen FFC und Union negative Äußerungen zum Thema in der Öffentlichkeit unterlassen.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 11.10.2007

 

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Hoher Besuch in Oldesloe

Frauenfußball-Nationalelf trainierte im Kurparkstadion

ssi. – Unverhofft kommt oft: Einen Tag vor der Abreise in die Niederlande, wo die Frauen-Nationalmannschaft am Donnerstag um die Qualifikation zur Europameisterschaft kämpfen wird, absolvierten die amtierenden Weltmeisterinnen ihr abschließendes, nicht öffentliches, Training im Kurparkstadion. Bislang hatte die Nationalelf in Leezen trainiert. Weil dort jedoch kein Flutlichtplatz zur Verfügung steht, zog der DFB-Tross nach kurzer Rücksprache mit dem FFC und dem SC Union nach Oldesloe um. „Wir freuen uns, das Team von Bundestrainerin Silvia Neid bei uns begrüßen zu können“, sagte FFC-Vorsitzende Anja Völker, „wann hat man denn schon einmal die Möglichkeit, eine Nationalmannschaft ganz aus der Nähe zu beobachten.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.10.2007

 

Freitag, 7. März 2008

Lokalderby um Kurparkstadion

Stehen FFC und Union endlich vor Einigung?

Andreas Olbertz – Im Dauerkonflikt zwischen dem Traditionsclub Union und den Erfolgskickerinnen vom FFC scheint sich endlich eine Lösung anzubahnen. Entsprechende Andeutungen wurden jetzt im Sozialausschuss gemacht. Dabei standen zu Sitzungsbeginn die Signale noch auf Sturm.

Seit Jahren schwelt zwischen beiden Vereinen ein Konflikt, der im vergangenen Herbst darin gipfelte. dass die FFC-Spielerinnen von Union ausgesperrt wurden und sich auf dem Parkplatz umziehen mussten. Es geht um Nutzungsrechte, um Geld, um Tradition, Eitelkeiten und die Lizenz für die 2. Bundesliga – eine gefährliche Gemengelage.

Um eine gemeinsame Basis eventuell hinzubekommen, wurde Jörg Lembke, Vorsitzender des Kreisfußballverbandes als Mediator eingeschaltet. Ziel sollte ein gemeinsamer Pachtvertrag sein.

Der nutzt aber wenig, wenn sich zwei gleichberechtigte Partner anschließend ständig blockieren. Also wird zusätzlich ein Durchführungsvertrag mit detaillierten Regelungen benötigt. „Wir waren zu 95 Prozent durch, der Vertrag war quasi fertig“, erläutert Thomas Heimann, im Vorstand des FFC für den Bereich Organisation zuständig. Zu klären waren nur noch finanzielle Fragen. Dafür wären die Rahmenbedingungen der Stadt notwendig. Heimann nennt ein Beispiel'. „Wenn die Stadt sagt, alle Einnahmen gehen an uns, wir übernehmen die Verpachtung von Wohnung und Gaststätte, dann müssen wir uns darüber im Vertrag keine Gedanken machen.“ Die Konditionen wollte der Mediator abrufen und bekam dabei gesagt, dass die Stadt keinen neuen Vertrag abschließen wolle.

Heimann: „Wir standen vor dem Nichts. Vor einem Monat war für uns nicht absehbar, ob wir hier noch eine Zukunft haben.“ Für einen Verein, der in 2. Bundesliga spielt ein unhaltbarer Zustand. Von derartigen Rahmenbedingungen hängen Lizenzfragen ab, um deren Verlängerung der Verein sich grade bemüht, Sponsorengelder und natürlich Fragen, wie weit sich ein Verein für den Ausbau einer Anlage einsetzt, an der er keine Rechte hat. Deswegen hat der FFC einen Antrag auf eine eigene, geeignete Sportstätte reaktiviert. Für die Dauer der Mediation war die Forderung zurück gestellt worden.

Lange Gesichter bei den Mitgliedern des Sozialausschusses. Die Ratlosigkeit war komplett, als Fachbereichsleiter Thomas Sobczak mitteilte, dass es am Vorabend ein vielversprechendes Gespräch mit Vertretern beider Vereine gegeben habe. Offensichtlich hat die Verwaltung doch ein Vertragsangebot vorgelegt. Über Details durfte allerdings nicht gesprochen werden. Thomas Heimann: „Das ist die Lösung schlechthin. Aber ich glaube erst an einen Erfolg, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist.“ Die Aussage von Union steht nämlich noch aus. Aber Bürgermeister Tassilo von Bary ist von einer schnellen Lösung noch vor Ostern überzeugt.

Die Stadt hat die Pachtverträge mit allen Sportvereinen gekündigt. Zurzeit wird das 45.000 Euro teure Sportentwicklungskonzept erstellt. Erkenntnisse daraus sollen in neu gestaltete Verträge einfließen. Zudem müssen realistische Pachten erhoben werden, die den Vereinen wiederum als Zuschüsse erstattet werden. „Dazu sind wir haushaltsrechtlich verpflichtet“, erklärt der Bürgermeister.

Da Thomas Heimann signalisierte, dass es keinen akuten Handlungsbedarf der Politik gebe, wenn der Entwurf verabschiedet werde, stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.3.2008

 

Sonnabend, 12. April 2008

FFC Oldesloe lädt zur Versammlung

ssi. – Am kommenden Montag hält der FFC Oldesloe im Restaurant „Gloria“ am Pferdemarkt seine Jahreshauptversammlung ab. Getagt wird ab 19.30 Uhr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.4.2008

 

Montag, 14. April 2008

Jahreshauptversammlung des FFC Oldesloe im Restaurant „Gloria“

 

Mittwoch, 7. Mai 2008

Zoff um Kurparkstadion: FFC schießt Eigentor

Am Kurpark fliegen die Fetzen, mal wieder muss man wohl sagen. Der Knatsch zwischen Union und FFC über die gemeinsame Nutzung des Stadions hat einen neuen unrühmlichen Höhepunkt erreicht.

Andreas Olbertz – Thomas Heimann, 3. Vorsitzender und beim FFC für Organisation zuständig, hat ein saftiges Schreiben aufgesetzt. Verwaltung, Politik und Presse werden darüber informiert, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit von Union die Nutzbarkeit der Anlage am Kurpark in Frage stelle. Über Jahre hinweg habe Union tausende Euro öffentlicher Gelder eingenommen. Die seien aber nicht in den Erhalt der Anlage investiert worden, sondern zur Finanzierung des eigenen Sportbetriebs ausgegeben worden. Union schiebe einen Schuldenberg vor sich her und habe kein Konzept zum Abbau der Verbindlichkeiten. Sie würden sogar jedes Jahr mehr. Der FFC spricht offen von Misswirtschaft.

Für Thomas Heimann ist daraus die Erkenntnis gewachsen, „dass der SC Union seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem reinen Vereinsbetrieb nicht mehr nachkommen könnte“, wenn neue Verträge mit echter Kostentransparenz geschlossen würden. Die Begleichung der weiteren Verbindlichkeiten wie Energiekosten sei fraglich.

Unions-Vorsitzender Walter Albrecht tobt: „Da werden kübelweise Lügen und Halbwahrheiten verbreitet.“ Dass es seinem Verein finanziell nicht gut geht, bestreitet er nicht. „Wir sind nicht auf Rosen gebettet, aber welcher Verein ist das schon. In den vergangenen 100 Jahren sind wir immer unseren Verpflichtungen nachgekommen und werden das auch in Zukunft!“ Albrecht holt zum Gegenschlag aus: „Wie ein Kuckuck hat sich der FFC ins gemachte Nest gesetzt. Die haben doch nichts mitgebracht, außer ihren Bällen.“ 2005 habe Union in intensiver Eigenleistung die Kabinen umgebaut. Während der FFC von einem „derart ungepflegten Zustand“ spricht, wirft Albrecht den Fußballerinnen vor, bei der Reinigung durch Abwesenheit zu glänzen.

Albrecht unterstellt Heimann schlechte Zahlungsmoral. An den 12.300 Euro Energiekosten habe sich der FFC nur mit 3600 Euro beteiligt – obwohl die Frauen und Mädchen mittlerweile die Hälfte des Betriebs ausmachten. Von Verschwendung öffentlicher Gelder könne deshalb keine Rede sein, vielmehr von „finanzieller Schieflage“ zu Lasten von Union. Walter Albrecht spricht Klartext: „Unsere Finanzen muss ich meinen Mitgliedern gegenüber vertreten. Die gehen den FFC überhaupt nichts an. Damit ist das Tischtuch endgültig zerschnitten.“

Seit geraumer Zeit lief zwischen beiden Vereine eine Mediation – die sich bereits auf der Zielgrade befunden hatte. Doch jetzt hat Mediator Jörg Lembke die Brocken hingeworfen: „Die Vereine sind offensichtlich nicht in der Lage, sich zu einigen.“ Er hat Union empfohlen, den Pachtvertrag für das Kurparkstadion vorzeitig zu kündigen. Den Rat hat Walter Albrecht angenommen – ab 30. Juni muss die Stadt die Verwaltung übernehmen.

Der Union-Vorsitzende wirkt fast erleichtert: „Jetzt hängen zwar alle am Gängelband der Stadt, aber ich muss mich nicht mehr mit Energiekosten rumärgern.“

Dafür hat jetzt Bürgermeister Tassilo von Bary die Sorgenfalten auf der Stirn: „Das ist die schlechteste aller Varianten, die wir unbedingt verhindern wollten.“ Finanziell werden die Vereine zukünftig jedenfalls schlechter da stehen, denn der Verwaltungschef kündigte an, die anfallenden Personal- und Energiekosten umzulegen.

Tassilo von Bary hat kein Verständnis für das Vorpreschen des FFC: „Das war ein bisschen daneben. Selbst wenn ein Verein finanzielle Probleme hat, ist das nicht die Art, miteinander umzugehen.“ Ob sich die Frauen damit als zukünftige Pächter disqualifiziert haben, wollte er nicht sagen. Er orakelt aber: „Meine türkischen Freunde würden sicher gerne in den Pachtvertrag einsteigen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.5.2008

 

Freitag, 9. Mai 2008

Eisige Stimmung, kein Konsens mit Kickerinnen

Zwischen der Stadt Bad Oldesloe und dem Frauenfußballclub (FFC) ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt angelangt.

Andreas Olbertz – Die Spannungen waren greifbar, eine Delegation des FFC war zur Sozialausschuss-Sitzung erschienen. Der Frauenfußballverein hatte mit einer Pressemitteilung die schlechte Finanzlage beim SC Union Union, mit dem sich der FFC das Kurparkstadion teilt, öffentlich gemacht. Die Mediation zwischen den beiden Vereinen war geplatzt, im Nachgang hat Union den Pachtvertrag für das Kurparkstadion gekündigt.

Die Kickerinnen wollten jetzt natürlich wissen, wie es weitergehen soll. „Wahrscheinlich herrscht dann Freistil“ befürchtete Thomas Heimann, 3. Vorsitzender des FFC. Bürgermeister Tassilo von Bary präsentierte sich ziemlich eisig. Obwohl am 2. Mai ein Gespräch angesetzt war, habe sich der FFC einen Tag vorher an die Öffentlichkeit gewandt und dadurch erheblich zum Scheitern der Mediation beigetragen. Tassilo von Bary: „Die Arbeit von zwei Jahren ist zunichte gemacht.“

Das sah Heimann anders, die Mediation sei bereits am 15. April gescheitert, der Termin jetzt sei lediglich ein Einzelgespräch zwischen dem Mediator und Unions-Vertretern gewesen. Den Brief an Presse und Politik wollte er als „Hilferuf“ verstanden wissen: „Nach acht Jahren stehen wir vor dem Nichts. Es geht nicht weiter.“ Dabei hat der Verein sportlich Erfolge vorzuweisen, die Frauen spielen in der 2. Bundesliga. Für den Verwaltungchef zählt etwas anderes und deshalb sprach er Klartext: „Wenn man was will, muss man sich auch kooperativ verhalten und nicht einem Verein, dem es wirtschaftlich nicht gut geht, das Messer in den Rücken rammen.“

Thomas Heimann wollte auf einen anderen Punkt hinaus. Union habe städtische Gelder, die für die Anlage gedacht waren, in den Vereinsbetrieb investiert. „Ich verstehe nicht, dass das toleriert wird“, beschwerte er sich. Sein Verein habe fünf Monate lang jeweils 300 Euro Abschlag überwiesen unter dem Vorbehalt, dass rückwirkend zum 1. Januar ein gemeinsamer Vertrag abgeschlossen werde. Der sei ja nun hinfällig. Doch da kassierte er abermals eine Abfuhr vom Bürgermeister: „Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. Das Flutlicht geht und warmes Wasser ist auch da.“

Beim FFC sorgt man sich jetzt um die Zukunft. „Wir müssen jetzt für die kommende Saison melden“, mahnte Thomas Heimann. Die Stadt übernimmt die Anlage am 1. Juli. Wenn dann erst über Spiel- und Trainingszeiten-Zuweisungen entschieden werde, sei es für den FFC zu spät. Schulterzucken beim Verwaltungschef: „Stellen sie einen Antrag.“

Finanziell wird der Kurpark zukünftig zum Risikofaktor. Bislang wurden Einnahmen aus der Verpachtung von Kneipe und Wohnung zur Deckung der Kosten verwendet. Das ist jetzt fraglich. Bürgermeister von Bary: „Ob das so weiter geht, kann ich noch nicht sagen, weil ich nicht weiß, ob die Pächterin den Vertrag fortführen will.“ Sicher ist aber, dass zusätzliche Kosten anfallen. „Wir werden wohl nicht umhin kommen, einen Platzwart einzustellen. Die Personalkosten werden natürlich auf die Vereine umgelegt“, kündigte Bürgermeister von Bary an.

Die frostige Debatte ging eine ganze Weile hin und her bis die Grüne Heike Uhlenbrok konstatierte: „Sie sind ja beide ziemlich auf den Zinnen. Ich finde, das sollten Sie in einem Zweiergespräch bei einem Glas Bier klären.“ Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Im Ausschuss konnte kein Durchbruch erzielt werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.5.2008

 

 

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