FFC Oldesloe - Saison 2010 - 2011- 2. Bundesliga Nord - Rückserie

06.01.2011 - Stormarner Tageblatt
Sandra Runge: Talent mit der nötigen Portion Trainingsfleiß

Ihr fußballerisches Talent ist unbestritten. "Sie hat mit ihren gerade einmal 19 Jahren noch einen großen Teil ihrer Karriere vor sich - und ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg gehen wird", sagt Michael Clausen über Sandra Runge und weiß sofort eine Antwort auf die Frage, welche Vorzüge er an der jungen Mittefeldspielerin des FFC Oldesloe besonders schätze: "Sie ist wahnsinnig trainingsfleißig", verrät der Oldesloer Trainer.



Ein Umstand, der an sich zwar bereits löblich genug ist, gleichwohl aber nicht der Grund dafür sein dürfte, warum Sandra Runge neben ihren beiden Teamkolleginnen Gaitana Lippert und Madeline Gieseler als dritte Spielerin des FFC zu denjenigen gehört, die für das Jahr 2010 zu den Nominierten für die Wahl zur schleswig-holsteinischen Fußballerin des Jahres zählen.

Und so bietet sich zunächst einmal ein Blick in die Welt der Zahlen an, um die Nominierung besser einordnen zu können. Bereits in der Spielzeit 2008/2009 stand Sandra Runge in insgesamt 19 Spielen für den FFC in der Zweiten Bundesliga Nord auf dem Platz. Selbiges gilt für die Saison 2009/2010. Auch hier tauchte der Name Runge 19 Mal auf dem Spielberichtsbogen auf. In der aktuellen Saison war sie in allen bis dato absolvierten 14 Begegnungen mit von der Partie. Zahlen, die sich für eine so junge Akteurin sehen lassen können. Auffällig allerdings: in allen drei Serien zählte Runge (noch) nicht dauerhaft zur Startformation der Mannschaft von Michael Clausen. "Hin und wieder sind da noch leichte Schwankungen zu sehen", konstatiert der FFC-Übungsleiter, "sie muss noch etwas an ihrer Konstanz arbeiten."

 

20.06.2011
Der FFC Oldesloe wird grün-weiß

Beim Bier oder einem Glas Wein reden Männer schon mal gerne über Fußball und Frauen. Michael Clausen, Fußballtrainer des FFC Oldesloe, und Holger Leu, Erster Vorsitzender des VfB Lübeck, philosophierten im Dezember vergangenen Jahres auf einer Geburtstagsfeier darüber, wie sie den Frauenfußball kurzfristig voranbringen könnten. Beim dritten oder vierten Glas Wein haben wir erstmals über eine Kooperation gesprochen, sagte Leu. Ein halbes Jahr später ist aus der Schnapsidee Wirklichkeit geworden. Die Vereine haben gerade einen Kooperationsvertrag geschlossen mit dem Ziel, binnen eines Jahres die Voraussetzungen für eine Integration des FFC Oldesloe in den VfB Lübeck zu schaffen. Dann geht in der Kreisstadt eine Ära zu Ende, die im Jahr 2000 mit der Gründung des FFC Oldesloe begann und zu einer Erfolgsstory wurde. In der Ende August beginnenden kommenden Saison spielen die Fußballfrauen aus Stormarn im fünften Jahr in der Zweiten Bundesliga Nord - aber dann nicht mehr im Kurparkstadion. Neue Heimspielstätte wird das 2008 renovierte Buniamshof-Stadion am Possehlweg in Lübeck, das bisher grundsätzlich für Fußballspiele tabu war. Ein Teppich, sagte Clausen über den Rasen dort.

Neu auch die Trikots: Die Oldesloerinnen werden künftig in Grün-Weiß spielen, den Farben des VfB Lübeck. Nur der Vereinsname bleibt noch ein Jahr lang erhalten, wie das Spielrecht für die Zweite Bundesliga, das erst mit der Fusion der Vereine zur dann folgenden Saison 2012/2013 auf den VfB Lübeck übergehen soll. Wir sind in Bad Oldesloe in einer Phase der Stagnation angekommen. Wenn wir einen Rückschritt vermeiden wollen, müssen wir jetzt neue Rahmenbedingungen schaffen, sagte Clausen, weshalb er die angestrebte Fusion mit den Hansestädtern befürwortet. Für die Vorsitzende des FFC Oldesloe, Anja Völker, ist der VfB Lübeck genau der richtige Partner, um die ständig steigenden Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes zu erfüllen und die Weiterentwicklung der professionellen Strukturen voranzutreiben.

Jetzt werden wir prüfen, ob die Chemie stimmt, sagte Völker bei der Vorstellung des Projekts in der Geschäftsstelle des VfB Lübeck. Weshalb auch gleich das Wort von der Verlobung die Runde machte. Der Kooperationsvertrag sei erst das Eheversprechen, betonte Leu. Die Hochzeit werde man mit der Fusion feiern. Clausen: Wir finden in Lübeck ein Umfeld vor, das uns Bad Oldesloe nicht bieten kann. Damit meinte er neben der attraktiven neuen Spielstätte auch die medizinische Unterstützung durch das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Boberg, das neben dem Sportausstatter Nike und dem Lübecker Unternehmer Philip von Papen als Sponsor gewonnen werden konnte. Auch die für die kommende Saison verpflichteten Neuzugänge hätte sich der FFC Oldesloe in dieser Vielzahl alleine wohl kaum leisten können. Zuletzt haben Rachel Pashley und Julia Weigel von Holstein Kiel zugesagt. Vorher schon wurden mit Daniela Schacher, Carina Wolfgramm, Melanie Nilsson, Jennifer Weber und Vanessa Hamed gleich fünf Spielerinnen verpflichtet, die vergangene Saison mit dem Hamburger SV II den Titel in der Zweiten Bundesliga gewonnen hatten. Dazu gesellt sich mit Kimberly Bühl ein Talent aus der B-Jugend des HSV. Clausen: Unser Ziel ist es, in der kommenden Saison unter die ersten Vier der Tabelle zu kommen.

So sehr die Vereinsvertreter beider Seiten die Kooperation als einen ersten Schritt betonten, wird es wohl kein Zurück mehr geben. Völker: Ich sehe keinen anderen Weg. Die zwei Frauen- und mindestens zwei Juniorinnenmannschaften sollen nach der einjährigen Testphase als eigenständige Abteilung in den VfB Lübeck integriert werden. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung müssen vorher die Vereinsangehörigen um ihre Zustimmung gebeten werden. Dann wird der FFC Oldesloe nur noch im Nachwuchsbereich weiter bestehen. Dass das nicht bei allen Vereinsmitgliedern positiv ankommt, weiß Völker. Sie will sich deshalb dafür einsetzen, dass auch in Bad Oldesloe D- und E-Mädchen weiter auf hohem Niveau und leistungsorientiert Fußball spielen können.

Auch Zweitligaspielerin Svenja Fritz, seit ihrer Jugend beim FFC Oldesloe aktiv, glaubt, dass die Kooperation mit dem VfB Lübeck der richtige Weg ist: Wir wollen aber im neuen Verein nicht das fünfte Rad am Wagen sein. Leu versprach eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Neu ist die ganze Idee nicht. Die vollständige oder teilweise Integration eines kleinen Frauenfußballvereins in einen Profi- oder semiprofessionellen Klub vollziehen gerade in Berlin der FC Lübars und Hertha BSC sowie in Niedersachsen Victoria Gersten und der SV Meppen.

25.04.2011
FFC trotzt Ex-Spitzenreiter einen Punkt ab

Gegen Hamburg haben wir noch nie gewonnen, stellte Gaitana Lippert noch am frühen Montagmorgen fest. Knappe sieben Stunden später behielt die Erkenntnis der Stürmerin des FFC Oldesloe weiterhin ihre Gültigkeit. Und dennoch dürfte sich die 27-Jährige über das Fortbestehen dieser Serie gegen den Nordrivalen letztlich doch gefreut haben.

Ein Sieg gegen den Nordrivalen gelang den FFC-Fußballerinnen zwar auch diesmal nicht, gleichwohl knüpfte das Team von Trainer Michael Clausen dem bisherigen Spitzenreiter der Zweiten Bundesliga beim 0:0 einen Zähler ab. Für die Gäste aus Hamburg bedeutete dies aufgrund des gleichzeitigen 3:0-Sieges von Verfolger Lokomotive Leipzig den Verlust der Spitzenposition. Die Oldesloerinnen bleiben mit nunmehr 24 Punkten auf dem Konto Achter des Klassements.

Am Ende war es für den HSV ein glückliches Unentschieden. Auch, wenn Hamburg die größeren Spielanteile hatte - die größeren Chancen konnten wir für uns verzeichnen, erklärte Michael Clausen nach der Partie und hatte dabei in erster Linie die Möglichkeiten von Gaitana Lippert in der ersten und in der zweiten Hälfte im Blick. Zudem vergab Janice Adu-Gyamfi, die Torhüterin spielte diesmal aufgrund von personellen Problemen im Feld, einen Hochkaräter, schloss einen Konter zu unüberlegt ab. Da hat man schon gemerkt, dass sie eigentlich Torhüterin ist, meinte Clausen, der zwar anerkannte, dass der HSV mehr Spielanteile hatte, aber der erste Punktgewinn gegen die Hamburgerinnen war für uns dennoch verdient.

11.04.2011
Engels später Treffer sichert Remis

Knapp zwei Wochen nachdem die Fußballerinnen des FFC Oldesloe mit dem 1:0-Sieg im Nachholspiel gegen den SV Victoria Gersten den Klassenerhalt in der Nordstaffel der Zweiten Bundesliga unter Dach und Fach gebracht haben, gab es gestern für die Mannschaft von Trainer Michael Clausen im Heimspiel gegen Werder Bremen einen Teilerfolg zu bejubeln. Gegen den ambitionierten Gegner von der Weser kamen die Stormarnerinnen zu einem 1:1-Unentschieden. In der zähen Partie brachte Lisa-Marie Scholz die Gäste in der 78. Minute zunächst in Führung. Als die Grün-Weißen bereits heimlich auf den dreifachen Punktgewinn spekulierten, glichen die Gastgeberinnen vier Minuten vor dem Abpfiff doch noch aus. In die Torschützenliste konnte sich dabei diesmal keine der treffsicheren Stürmerinnen wie Madeline Gieseler oder Gaitana Lippert, sondern Mittelfeldspielerin Kristin Engel eintragen, die zur Pause für Kirsten Stamer in die Begegnung gekommen war.

Letztlich bin ich mit dem einen Punkt zufrieden. Es roch lange Zeit nach einem 0:0. Dann haben wir nach einem Fehler in der Zuordnung den Gegentreffer zum 0:1 kassiert, ließ Clausen das Geschehen Revue passieren und hatte anschließend noch ein Lob für seine Spielerinnen parat: Es spricht für meine Mannschaft, dass sie im Anschluss an das 0:1 nicht zufrieden war und die richtige Gegenwehr gezeigt hat. Besonders die Entstehung des Ausgleichstreffers hatte es dem Oldesloer Coach angetan: Das war richtig schön herausgespielt, erklärte Clausen mit Blick auf den schnell vorgetragenen Angriff über Ronja Pajonk und Claudia Wenzel, den Kristin Engel letztlich zum 1:1 vollendete. Die Punkteteilung ist gerecht, weil beide Mannschaften ihre Chancen hatten, bilanzierte Clausen schließlich.

FFC Oldesloe: Wiener - Wöhler, Hildebrandt, Fritz (39. Schneider), Wenzel - Pajonk, Knechtel, Kucharski (67. Runge), Stamer (46. Engel) - Lippert, Gieseler.

28.03.2011
Wenzel schießt FFC zum Klassenerhalt

Die gute Nachricht für Michael Clausen: Der FFC Oldesloe hat nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg über Victoria Gersten im Nachholspiel der 2. Frauenfußball-Bundesliga Nord den Klassenerhalt endgültig gesichert. Ansonsten war das kein gutes Spiel von uns, sagte der Coach der Stormarnerinnen. Zwar fingen die Oldesloerinnen gut an, bestimmten die Partie aber nur rund 20 Minuten lang. Nachdem Madeline Gieseler auf Zuspiel von Gaitana Lippert bereits an der Gerstener Torfrau vorbei war, retteten die Gäste im letzten Moment mit vereinten Kräften auf der Linie. Anschließend riss bei der Clausen-Elf der Faden. Kämpferisch war dem FFC zu keiner Phase ein Vorwurf zu machen, spielerisch aber sank das Niveau rapide ab.

Besonders in der zweiten Halbzeit hätten die Gäste drei Mal in Führung gehen müssen, doch zwischen der 60. und 75. Minute bekamen die Stormarnerinnen immer noch einen Fuß zwischen Ball und Torlinie. Als sich Gersten bereits auf ein vermeintliches 0:0 eingestellt zu haben schien, schlug die Clausen-Elf jedoch eiskalt zu. Ronja Pajonk provozierte mit ihrem unermüdlichen Einsatz einen Freistoß an der Strafraumgrenze, Claudia Wenzel packte die Gelegenheit beim Schopfe und versenkte den Standard im Tor (85.). Meine Spielerinnen haben sich bis zuletzt reingekniet. Deshalb hatten wir das glücklichere Ende für uns - obwohl Gersten spielbestimmend war, gab Clausen zu.

Was den Trainer aber nicht besonders erfreute: Madeline Gieseler, Ronja Pajonk und Sandra Runge waren bis gestern zu einem Sichtungslehrgang in Malente. "Da haben die drei bis gestern noch trainiert. Das war anscheinend zu viel, man hat es ihnen kräftemäßig angemerkt", erklärte der Coach, der bemängelte, dass der Termin mit dem Ligaspiel im weitesten Sinne kollidierte.

21.03.2011
FFC zeigt anderes Gesicht

Eine Niederlage als Hoffnungsschimmer? Michael Clausen jedenfalls hat beim 0:3 (0:1) seiner Fußballerinnen vom FFC Oldesloe bei Turbine Potsdam II in der Zweiten Bundesliga Nord viele positive Ansätze gesehen - im Vergleich zur deprimierenden 1:2-Niederlage aus der Vorwoche gegen Kellerkind Tennis Borussia Berlin. Turbine ist eine Klasse für sich, sagte der FFC-Coach: Da hängen die Trauben schon etwas höher. Aber vom Spielverlauf her ist das Ergebnis mit Sicherheit mindestens um ein Tor zu hoch ausgefallen, wir haben die Partie über weite Strecken offen gehalten.

Die Stormarnerinnen waren im Vergleich zur Vorwoche in Engagement und Zweikampfverhalten nicht wiederzuerkennen. Auch vom frühen Rückstand durch Sandra Starke (10.) ließ sich der FFC nicht schocken. Da wurde unsere Innenverteidigung einfach überlaufen. In der Entwicklung ein äußerst ärgerliches Gegentor, so Clausen. Doch die Oldesloerinnen schlugen zurück, kamen durch Madeline Gieseler (20.) und Verena Hildebrandt zu Ausgleichschancen - allein der Treffer wollte nicht fallen. Potsdam seinerseits vergab ebenfalls zahlreiche gute Einschussmöglichkeiten. Unglücklich: Dem 0:2 aus FFC-Sicht durch Anna-Maria Ulbrich (56.) ging wohl eine Abseitsstellung voraus. Den Endstand erzielte Marie-Louise Bagehorn mit einem fulminanten Schuss aus 16 Metern. Oldesloes Torhüterin Friederike Wiener war bei allen Gegentoren machtlos, zeigte ansonsten eine starke Leistung. Das Team hat ein anderes Gesicht gezeigt als zuletzt", sagte Clausen: Jetzt wollen wir uns gegen Gersten die verlorenen Punkte zurück holen.

FFC Oldesloe: Wiener - Woehler, Fritz, Begunk, Pajonk (86. Stamer), Lippert, Gieseler, Hildebrandt (71. Engel), Knechtel, Wenzel, Schneider (46. Runge).

14.03.2011
FFC unterliegt dem Schlusslicht

Noch knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie gegen Tennis Borussia Berlin schlug Gaitana Lippert in die gleiche Kerbe, wie es unter der Woche auch ihr Trainer Michael Clausen getan hatte. Man darf die Gegner nie unterschätzen. Oft ist es so, dass man sich dem Niveau dann anpasst, stellte die Angreiferin des Frauenfußball-Zweitligisten FFC Oldesloe fest.

Doch scheinbar verhallten die Worte Lipperts und die Mahnung Clausens (Gegen Berlin zählt für uns eigentlich nur ein Sieg. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, den Gegner zu unterschätzen) ungehört. Denn als Schiedsrichterin Sandra Pansch (Ahrensburg) die Partie des FFC gegen das Liga-Schlusslicht aus der Hauptstadt am Sonntagnachmittag um 15.50 Uhr nach drei Minuten Nachspielzeit abpfiff, standen die Oldesloerinnen mit leeren Händen da, hatten soeben das Duell gegen die Berlinerinnen mit 1:2 verloren.

Dabei hatte die Begegnung für die Gastgeberinnen einen mehr als verheißungsvollen Beginn genommen. Der Sekundenzeiger hatte gerade einmal zwei volle Umdrehungen hinter sich gebracht, als Kristina Kucharski ihre Farben mit 1:0 in Führung brachte. Die Freude über den Vorsprung hielt allerdings nur kurz an. Bereits in der 16. Minute egalisierte Anne-Rose Lindner das 1:0. Doch für die Clausen-Schützlinge sollte es noch schlimmer kommen. Nach 32 Minuten deutete die Unparteiische im Anschluss an ein Handspiel von Kucharski auf den Elfmeterpunkt. Jessica Brückner ließ sich nicht zwei Mal bitten und überwand Friederike Wiener zur 2:1-Führung für den Außenseiter.

Michael Clausen war nach der Partie dementsprechend bedient. Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Auch, wenn die Schiedsrichterin uns in der zweiten Hälfte ebenfalls einen Elfmeter hätte zusprechen können, haben wir uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben. Es fehlte an Laufbereitschaft, am Zweikampfverhalten, an der Entschlossenheit. Das ist besonders ärgerlich, weil wir im Prinzip mit Blick auf den Klassenerhalt fast alles hätten perfekt machen können. Die Konkurrenten unten drin haben alle für uns gespielt und verloren - das hätten wir nutzen müssen, wusste der FFC-Coach.

11.03.2011 - Holstei Kiel - FFC Oldesloe II

Stadionzeitung "Holsteinwoman" zum Spiel gegen den FFC Oldesloe II: [...hier]

 

07.03.2011
Nullnummer: FFC holt Punkt in Cloppenburg

Punkteteilungen scheinen sich offenbar beim FFC Oldesloe zu bewähren: Eine Woche, nachdem die Elf von Trainer Michael Clausen im Nachholspiel gegen Gütersloh eine 1:0-Führung aus der Hand gab und in der letzten Minute den Ausgleichstreffer kassierte, hielt sich der FFC diesmal zwar hinten schadlos und kassierte keinen Gegentreffer - allerdings blieben die Oldesloerinnen, bei denen die durch eine Erkältung geschwächte Torjägerin Gaitana Lippert (in der Vorwoche noch für den einzigen Treffer verantwortlich) nach 81 Minuten vom Feld musste, auch in der Vorwärtsbewegung erfolglos.

Nach der Nullnummer gegen die auf Rang elf gegen den Abstieg kämpfenden Cloppenburgerinnen liegt der FFC weiterhin auf Rang sieben.

01.03.2011 -Oldesloe 2000 - FSV Gütersloh 2009 1:1 (0:0)
Ein gerechtes Unentschieden

Endlich ging es wieder los. Vor einem Vierteljahr - genauer: am 28. November 2010 - waren der FFC Oldesloe und der FSV Gütersloh zuletzt aktiv. Und auch ansonsten hatten beide etwas gemeinsam: Die Tabellenregion. Gütersloh überwinterte auf Platz sechs, Oldesloe auf dem siebten Rang. Der FFC wollte mit einem Sieg die obere Tabellenhälfte anpeilen.

Beide Mannschaften vertrauten auf das gleiche System: Viererkette, Abfangjägerin davor, zwei Spielerinnen auf den Halbpositionen im Mittelfeld, zwei offensive Flügelspielerinnen und eine Mittelstürmerin. Bei den Gästen verteidigten Katrin Posdorfer, Nina Claassen, Leonie Bentkämper und Lena Hackmann vor Torhüterin Stephanie Herkrath. Davor sollte Lina Magull abräumen. Kristina Gessat und Marina Hermes besetzen die Halbpositionen, Annabel Jäger und Anja Barwinsky sollten von außen Mittelstürmerin Birgitta Schmücker füttern. Der FFC Oldesloe musste auf Seda Heinrich, Mirja Herrmann und Ersatztorhüterin Janne Backhaus verzichten, für die Janice Adu-Gyamfi auf der Bank saß. Vor Stammtorhüterin Friederike Wiener bildeten Annika Knechtel, Svenja Fritz, Verena Hildebrandt und Ronja Pajonk die Viererkette. Zentral sorgte Kapitänin und Altmeisterin Claudia Wenzel in ihrer - mal wieder - letzten Saison für Stabilität. Kristin Engel und Sarah Begunk sollten von den Halbpositionen Akzente nach vorn setzen. Die Außenpositionen besetzten Madeline Gieseler und Kristina Kucharski, in der Mitte wirbelte die frisch gekürte Fußballerin des Jahres in Schleswig-Holstein 2010, Gaitana Lippert, die mit sieben Toren treffsicherste Oldesloerin.

Bei diesig-trübem, aber trockenem Wetter begann die Partie. Beide suchten die geordnete Offensive. Der FSV Gütersloh war dabei zunächst etwas zielstrebiger. In der 7. Minute gab Schmücker den ersten Warnschuss auf das Tor der Stormarnerinnen ab. Pajonk stoppte einen Sololauf von Gessat, doch der Ball sprang vor die Füße der Mittelstürmerin, die direkt den Abschluss suchte. Wieners Position, einen Tick zu weit vor dem Tor, wurde aber nicht bestraft, der Ball ging harmlos über das Tor. Sechs Minuten später schoss U17-Nationalspielerin Magull einen Freistoß aus gut 30 Metern direkt aufs Tor. Wiener flog, lag quer in der Luft und wehrte zur Seite ab. In der 18. Minute jagte Gessat einen Freistoß aus 21 Metern drüber.

Die Partie war ausgeglichen, aber Gütersloh zeigte sich konsequenter im Abschluss und einen Tick energischer. Eine Minute später wurde ein langer Ball auf die linke Seite geschlagen, wo Jäger ihrer nicht eng genug deckenden Gegenspielerin Pajonk entwischte und den Ball in die Mitte gab. Gessat nahm den Ball auf Höhe des Elfmeterpunktes an, dribbelte Wenzel aus, zögerte aber mit dem Abschluss, gab den Ball nach rechts ab, und dann konnte Oldesloe klären (19.). Der FSV setzte sich nun etwas in der Hälfte der Gastgeberinnen fest, Oldesloe stand unter Druck. In der 20. Minute war erneut Wiener im FFC-Tor gefragt, als Hackmann nach Magulls Eckball das Leder hoch aufs Tor köpfte und die Schlussfrau es mit einer Hand über die Latte lenkte.

Offensiv fand Oldesloe bis dahin noch gar nicht statt. Sie versuchten es zwar, waren dabei aber immer wieder zu umständlich. Gaitana Lippert wurde oft gesucht, bekam aber zu wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld. In der Grundhaltung waren sie nicht mutig genug. Daher hatte Gütersloh mehr Spielanteile, war gefährlicher und nutzte die sich bietenden, freien Räume zu schnellen Angriffen. Nach 28 Minuten gaben die Gastgeber erstmals einen Schuss Richtung Tor der Ostwestfalen ab. Begunk versuchte es aus 23 Metern mit links, der Schuss ging aber harmlos rechts vorbei. Auf der Gegenseite flankte Posdorfer von links, die Hereingabe wehrte der FFC jedoch zuerst ab. Das Leder kam zu Gessat, die kurz ablegte, und Magulls Schuss aus 22 Metern ging deutlich über den Querbalken (32.).

Standardsituationen hatten einen großen Anteil am Geschehen in Strafraumnähe. Magulls Freistoßflanke kam von links auf den Kopf von Bentkämper, die links vorbei schädelte (38.). Gütersloh blieb die torgefährlichere Mannschaft. Auch, weil sich Oldesloes Alleinunterhalterin Lippert im Mehrkampf mit der Viererkette aufrieb und bis dahin glücklos blieb. Die FSV-Defensive war bedeutend enger an den Gegenspielerinnen als ihre Pendants auf der anderen Seite, zudem waren sie bissiger. In der Schlussminute des ersten Durchgangs flog ein Oldesloer Freistoß, getreten von Fritz, aus dem rechten Halbfeld an den ersten Pfosten. Dort nahm Begunk das Spielgerät an, drehte sich und passte zurück. Gieseler zielte dann aber aus 17 Metern über das Tor.

Das 0:0 zur Pause war aus Stormarner Sicht durchaus schmeichelhaft. Der FSV Gütersloh war stringenter, hatte mehr Ballbesitz und ein klares Chancenplus. Die Gäste störten Oldesloe früh und erfolgreich. Sie waren gedankenschneller, machten das Spiel aus dem Mittelfeld breit, vor allem über die linke Seite. Der rechte Flügel war hingegen dicht. Oldesloe brauchte zu lange, um von Abwehr auf Angriff umzuschalten, und Sturmspitze Lippert hing durch diese einfarbige Spielweise in der Luft, musste den Ball verteilen und halten, bis die Mitspielerinnen nachrückten.

Nach dem Seitenwechsel kam der FFC Oldesloe frecher und mutiger aus der Kabine. Sie störten jetzt ihrerseits früher und bekamen die Partie in den Griff - die Ansprache von Michael Clausen, der bei der Wahl zu Schleswig-Holsteins Trainer des Jahres überraschend Dritter wurde, hatte offenbar gefruchtet. Sie waren jetzt auch zweikampfstärker. Sechs Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, als Fritz einen Konterversuch unterband. Der Ball kam zu Begunk, die sofort vom rechten Strafraumeck wieder in die Mitte passte. Lippert nahm den Ball an, wurde bedrängt und brachte so nur einen Kullerball zustande. Er schien eine sichere Beute für Herkrath zu sein. Doch zur Überraschung aller Beteiligten hoppelte er durch die Hände und hinter ihr ins Tor - 1:0 (51.)! Herkrath konnte es nicht fassen. Ob der Ball auf dem eher braunen als grünen Geläuf versprungen war, ist nicht aufzuklären.

Gütersloh brauchte eine Weile, um diesen Rückschlag zu verdauen. Nach 58 Minuten verzog Magull aus 24 Metern um zwei Meter. Fünf Sekundenzeigerrunden später flog ein Flankenball von der linken Seite an den Elfmeterpunkt des FFC, Fritz verlängerte zur rechten Seite. Aber Hackmann ballerte drüber. Langsam fand Gütersloh wieder zum Offensivspiel der ersten Hälfte, musste aber aufpassen, weil die Gastgeberinnen auf Konter lauerten. Eine Minute später passte Hackmann von rechts zur Mitte, Schmücker nahm das Runde an, drehte sich und zielte auf das lange Eck. Wiener griff sicher zu (64.). Der FFC hingegen blieb nach vorn harmlos. Gieseler produzierte nach 65 Minuten einen Kullerball aus 23 Metern. Herkrath hielt das Leder sicher, dennochging wegen des Gegentores aus einer ähnlichen Situation ein Raunen durch die Zuschauer. Oldesloe hatte im Vergleich zur ersten Hälfte kämpferisch zugelegt, war im Abschluss aber weiter harmlos. Es schien, als trauten sie sich nicht, konsequenter auf das 2:0 zu spielen.

Gütersloh reagierte nun. Trainer Markus Graskamp wechselte doppelt, brachte Kira Buller und Angelika Widowski für Lena Hackmann und Birigtta Schmücker. Buller übernahm den rechten Flügel, Widowski den linken, und Jäger rückte von links in die Sturmzentrale. Aber auch ihr gelang zunächst nur ein Kullerball aus 25 Metern (73.). Sie versuchten es weiter. Jäger passte nach 76 Minuten diagonal steil auf Widowski, die vor Wiener am Ball war und ihn über die entgegen stürzende Torhüterin hob. Aber sie hatte Pech, Pajonk bereinigte vor der Linie. Danach kam Widowski über links bis zur Grundlinie durch und passte zurück. Den drucklosen Schuss von Magull hielt Wiener im Nachfassen.

Bei Oldesloe musste dann Kristin Engel verletzt ausgewechselt werden, für sie übernahm Kirsten Stamer die rechte Halbposition. Der FSV zog den letzten Joker, Nina Philipp ersetzte Anja Barwinsky vier Minuten vor dem Ende. Und die kam nach Pass von Jäger in die Tiefe auch zur Chance. Sie schoss mit links aus 15 Metern, überwand Wiener, nicht aber den Pfosten (89.). Letzte Minute der regulären Spielzeit. Magull kurvte zentral an zwei Oldesloerinnen vorbei und wollte mit dem Ball in den Strafraum. Hildebrandt verhinderte das als Letzte mit unfairen Mitteln. Schiedsrichterin Corinna Feldmann beließ es bei Gelb, obwohl die Stormarnerin eine klare Torchance vereitelte. Den anschließenden Freistoß aus 18 Metern kloppte Magull scharf auf die Torwartecke und düpierte damit Wiener, die nicht mehr eingreifen konnte. Der Ball schlug oben rechts im Winkel ein - 1:1 (90.+1).

Insgesamt war das 1:1 für den FSV Gütersloh mehr als verdient. Zwar spielten die Hausherrinnen gegenüber dem ersten Durchgang verbessert, das Chancenverhältnis fiel dennoch zugunsten der Ostwestfalen aus. Oldesloe blieb harmlos. Gütersloh tat mehr für das Spiel, dürfte aber mit dem 1:1 dem Spielverlauf nach zufrieden gewesen sein, wie der Gastgeber auch.

FFC Oldesloe:
Wiener - Knechtel, Fritz, Hildebrandt, Pajonk - Engel (83. Stamer), Wenzel, Begunk - Gieseler, Kucharski - Lippert

 

28.02.2011
Der Punkt hilft uns weiter

Mit einem Teilerfolg ist Frauenfußball-Zweitligist FFC Oldesloe in die Rückrunde gestartet. Im Duell der Tabellennachbarn kamen die Schützlinge von Trainer Michael Clausen gegen FSV Gütersloh 09 zu einem 1:1 (0:0). Das Unentschieden geht in Ordnung, auch wenn mit etwas mehr Glück sogar drei Punkte drin gewesen wären, bilanzierte Clausen.

Die Gäste aus Gütersloh erspielten sich nach einer Viertelstunde des Abtastens leichte Feldvorteile, ohne jedoch zu nennenswerten Chancen zu kommen. Auf der Gegenseite versiebte Madeline Gieseler in der 43. Minute die größte Möglichkeit, den FFC in Führung zu schießen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann zunächst druckvoller, haben uns in der gegnerischen Hälfte festgesetzt, wusste Michael Clausen, dass der Führungstreffer von Gaitana Lippert (51.) nicht ganz unverdient - wenn auch glücklich - war. Einen harmlosen Distanzschuss von Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres ließ FSV-Keeperin Herkrath zum 1:0 durchrutschen.

In der Folge rissen die spielstarken Gütersloherinnen das Geschehen an sich. In der 80. Minute verhinderte der Pfosten des FFC-Tores noch den Ausgleich, der dann allerdings doch noch fiel. Ein Ballverlust von Claudia Wenzel leitete einen Gütersloher Konter ein. Verena Hildebrandt konnte Lina Magull nur per Foul stoppen. Den daraus resultierenden Freistoß hämmerte Magull aus 17 Metern zum 1:1-Endstand in die FFC-Maschen (90.). Ärgerlich, weil das Tor so spät gefallen ist, kommentierte Clausen den Last-Minute-Treffer. Unter dem Strich aber können wir auch mit einem Punkt zufrieden sein.

FFC Oldesloe: Wiener - Hildebrandt, Fritz, Knechtel, Wenzel - Gieseler, Engel (82. Stamer), Begunk, Pajonk - Lippert, Kucharski.

24.02.2011
Lippert nach Platz zwei jetzt ganz oben

Die inoffizielle Wahl zu Schleswig-Holsteins Fußballerin des Jahres 2008 - damals in Eigenregie von Nord Sport durchgeführt - hatte sie bereits gewonnen. Im vergangenen Jahr bei der ersten SHFV-Wahl folgte Platz zwei hinter Nina Jokuschies. Nun steht Gaitana Lippert erstmals auch bei der vom Verband autorisierten Wahl zur Fußballerin des Jahres ganz oben. Gerechnet habe ich nicht damit, erklärte die 27-Jährige bescheiden. Ich hätte eher Platz zwei wie im Vorjahr erwartet. Doch als verdient empfindet sie die Auszeichnung schon. Das hoffe ich doch, lachte sie. Ich will schließlich nicht zu Unrecht gewählt worden sein.

Diese Sorge dürfte die Halb-Italienerin auch kaum ernsthaft haben. 33 Tore in 78 Zweitliga-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Im Aufstiegsjahr des FFC war sie Torschützenkönigin der Regionalliga und wurde auch von Laudatorin Sabine Mammitzsch gelobt. Bei den gegnerischen Abwehrspielerinnen ist sie in der 2. Bundesliga gefürchtet., weil sie sich immer durchzusetzen weiß. Sie ist die beste Stürmerin der 2. Bundesliga, sagte ihr Trainer Michael Clausen sogar einmal über sie und hat nur Lobeshymnen für die erfolgreichste Torschützin seiner Mannschaft parat. Sie ist noch eine echte Straßenfußballerin. Technisch stark, schnell und torgefährlich, beschreibt er. Aber obwohl sie ja nicht gerade groß gewachsen ist, weiß sie ihren Körper einzusetzen und sich in den Zweikämpfen zu behaupten.

Eine solche Beschreibung klingt eigentlich wie gemalt für den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Doch die Bundesliga peilt Lippert nicht mehr an. Ich bin inzwischen 27. Wenn ich 20 wäre, würde ich das vielleicht noch mal versuchen. Aber so sind jetzt Beruf und Freund wichtiger, zumal es in der Umgebung ja nur wenig Möglichkeiten gibt, Bundesliga zu spielen.

Statt Erstklassigkeit gibt sie sich selbst bei ihrem Oldesloer Heimatverein quasi einen Rentenvertrag. Wenn nichts Besonderes passiert, spiele ich beim FFC, bis ich irgendwann aufhöre, sagt sie, ohne dass dieser Zeitpunkt bereits in Sicht wäre. Den Vertrag, den gibt es in dieser Form übrigens nicht. Denn beim FFC spielen alle Zweitliga-Kickerinnen nur aus Spaß am Sport. Im Gegensatz zu anderen Zweitligisten gibt es bei uns keinen Cent, auch wenn es Hoffnung gibt, dass sich das ein bisschen verbessert. Zum Lebensunterhalt, den sich die Stürmerin als Angestellte beim Hamburger Arbeitsamt verdient, wird der Fußball auch künftig nichts Nennenswertes beitragen. Den Titel als Fußballerin des Jahres hat Gaitana Lippert also ohne Weiteres verdient. Im Übrigen sahen das alle so: Im Gegensatz zur Männer- und Trainer-Wahl lag Gaitana Lippert in allen drei Einzelwertungen (Jury, Journalisten und Leser) vorne und holte damit als einzige die Maximalpunktzahl.

24.02.2011
Michael Clausen: Galionsfigur im Bereich des Frauenfußballs

Der Frauenfußball ist salonfähig geworden. Was deutschlandweit und international bereits seit Längerem gilt, ist nun auch in Schleswig-Holstein so. Die Auszeichnung von Michael Clausen, Trainer der Zweitliga-Frauen des FFC Oldesloe, ist ein Beleg dafür. Der 53-Jährige wurde Dritter bei der Wahl zum Trainer des Jahres und war damit hoch zufrieden. Es war für mich schon eine Ehre, als einziger Frauentrainer nominiert zu sein. Platz drei ist eine tolle Sache. Der Gymnasiallehrer für Sport und Geschichte, in Flensburg groß geworden, darf durchaus als eine Art Galionsfigur in Sachen Frauenfußball im Land gelten. Seit 2005 arbeitet er als Coach der Frauen des FFC, führte die Mannschaft in die 2. Bundesliga. Jahr für Jahr hat er mit seiner Mannschaft einen respektablen Abstand auf die Abstiegsplätze, lobte Laudator Gerhard Schröder. Dabei sind die Bedingungen keineswegs so, wie man es beim Namen Bundesliga erwartet. Meine Spielerinnen betreiben den Sport aus Idealismus, sagt Clausen, der im Herrenbereich bis zur höchsten Landesklasse (SV Sereetz) trainierte. Es gibt weder Prämien noch Fahrgelder, beschreibt er.

Sportlich sagt er über das Niveau. Es wäre unfair, Vergleiche zu den Herren zu ziehen. Technisch haben meine Spieler mehr drauf als Männer in den höheren Amateurklassen. Aber was das körperliche anbetrifft, ist es eben ein anderes Spiel. Eines, das dem Zarpener, der sich selbst nie in den Vordergrund drängt, Spaß macht. Die Entwicklung geht sehr schnell voran, weiß er. Der Frauenfußball ist in den letzten Jahren sehr schnell vorangekommen. Seine Wahl ist ein Zeichen dafür, dass das nun auch verstärkt positiv wahrgenommen wird. Das nächste Ziel: Uns weiter in der 2. Bundesliga etablieren und die Bedingungen Schritt für Schritt verbessern.

11.02.2011
FFC neuer Pächter des Kurparkstadions

Nachdem das Oldesloer Kurparkstadion zuletzt zweieinhalb Jahre lange ohne Pächter gemeinsam von den Vereinen FFC Oldesloe, SC Union, Türkspor und Spiridon sowie einigen Schulen genutzt worden war, ist seit Jahresbeginn der FFC Oldesloe neuer Pächter der Anlage.

Durch die intensive Nutzung des Stadions ohne einen verantwortlichen Platzwart hatte sich der Zustand in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. Der FFC Oldesloe hatte durch seine hochklassig spielenden Mannschaften nicht nur ein Eigeninteresse daran, dass das Kurparkstadion sowie der Rasen stets in einem guten Zustand sind, sondern muss zum Teil auch Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für den Spielbetrieb in der Zweiten Bundesliga Nord erfüllen. Nun sind wir für Sauberkeit und Ordnung auf der Anlage, die Reinigung der Umkleidekabinen und Sanitäranlagen sowie für die Rasenpflege und das Kreiden der Plätze verantwortlich, erklärte Ingo Rickert, Vorstandsmitglied im FFC Oldesloe, auf dessen Wunsch im vergangenen Jahr die Stehtraversen erneuert und ein Sprecherhaus errichtet wurden. Zudem forcierte der FFC Oldesloe den Bau von zwei zusätzliche Umkleidekabinen, damit es bei Überschneidungen von Frauen- und Männerspielen keine Probleme mehr gibt.

Doch nicht nur das Stadion, auch die Gaststätte auf der Anlage am Kurpark hat einen neuen Pächter erhalten. Andreas Rah bietet nach einer umfangreichen Renovierung zukünftig in gemütlicher Atmosphäre Sportlern und Zuschauern sowie Ausflugsgäste ein breites Speisen- und Getränkeangebot an.

10.02.2011
FFC Oldesloe ist neuer Hausherr im Kurparkstadion

Zweitligist muss in seiner Heimspielstätte Auflagen des DFB erfüllen. Pachtvertrag mit der Stadt gilt zunächst für ein Jahr. Mit den anderen Vereinen gibt es eine Kooperation. Eine Bundesliga-Mannschaft im Kreisliga-Stadion: Das ist die Vorstellung des FFC Bad Oldesloe, wenn es um seinen Heimspiel-Platz geht. Denn die erste Vertretung des FFC spielt in der zweiten Damenfußball-Bundesliga. Nun ist der FFC per Pachtvertrag Hausherr im Oldesloer Kurparkstadion geworden. Und als solcher hat er vor allem bei der Sportstätte Auflagen des Deutschen Fußballbundes (DFB) zu erfüllen. „Da der FFC inzwischen im vierten Jahr in der Bundesliga spielt, sind immer weniger Übergangsregelungen möglich“, erklärt FFC-Sprecher Michael Franke. So sind ausreichende Umkleideräume, auch für die Schiedsrichter, vonnöten – die aber auch schon vorhanden sind – und natürlich eine angemessene Flutlichtanlage. Der Rasenplatz muss stets in einem spielgerechten Zustand sein. Ein eigenes Sprecherhäuschen muss vorhanden sein. Letzteres „haben wir bereits im vergangenen Jahr in Eigenleistung gebaut. Das gehört zu den vom DFB geforderten Sicherheitsmaßnahmen, dass im Notfall Lautsprecherdurchsagen gemacht werden können“, erklärt Franke.

Bevor der FFC jetzt das Zepter übernahm, gab es keinen direkt verantwortlichen Verein für das Stadion. „Durch die intensive Nutzung ohne einen Platzwart hat sich der Zustand in den letzten Jahren nicht verbessert“, umschreibt Franke die Situation diplomatisch. Größere bauliche Maßnahmen plant der Club zurzeit noch nicht. „Aber einige Schönheitsreparaturen werden wir schon vornehmen. Die Fans der Gastmannschaften sollen schließlich einen guten Eindruck vom Stadion und von der Stadt Bad Oldesloe bekommen.“ Gegenüber dem allgemein gestiegenen Interesse am Damenfußball hinken die Besucherzahlen noch etwas hinterher. Doch die Spiele des FFC haben im heimischen Kurparkstadion immerhin Durchschnittszahlen von 150 Zuschauern. Das ist der fünftbeste Zuschauerschnitt in der zweiten Damenbundesliga mit zwölf Vereinen. „Zu einem Topspiel etwa gegen Kiel kamen auch schon 350“, so Franke.

Der Pachtvertrag für den FFC gilt zunächst nur ein Jahr und ist Bestandteil eines Konzeptes, das die bislang angespannte Sportplatzsituation in Bad Oldesloe auflösen soll. „Im Sommer will die Politik das Gesamtpaket der künftigen, langfristigen Sportplatznutzung beschließen“, erklärt Thomas Sobczak von der Stadtverwaltung den Hintergrund. Der neu ernannte Sportbeauftragte der Stadt, Jan Kreuzer, ist dabei, Verträge mit den Vereinen auszuarbeiten. Dann soll eine Vorlage im Juni erst dem Bildungs-, Sozial- und Kultur-Ausschuss, anschließend der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Aussichten auf eine längerfristige Lösung scheinen daher gut zu sein.

Während das Travestadion und der Exer vom VfL Oldesloe betrieben werden, war die Pächterfrage im Kurparkstadion nach der Auflösung des Vertrags mit dem SCUnion Oldesloe (vor allem auf dessen Initiative) Mitte 2008 lange Zeit unsicher. Bis Ende des vergangenen Jahres verwaltete und betrieb die Stadt den Sportplatz am Kurpark. Mit der Übernahme der „Hausherrschaft“ durch den FFC müssten die anderen drei Vereine, die sich bislang mit dem FFC das Kurparkstadion für Spiele und Training teilten, keine Nachteile befürchten, so Franke. Im Moment sei man dabei, einen Kooperationsvertrag mit den anderen Klubs, SCUnion, SVTürkspor und Spiridon, auszuarbeiten. „Das war auch von Bürgermeister Tassilo vonBary so gewünscht“, erklärt Franke.

Frauenfußball in Bad Oldesloe

  • Seit 1996 spielen Frauen und Mädchen Fußball im Verein in Bad Oldesloe.
  • Im Jahr 2000 wurde der Frauen-Fußball- Club Oldesloe 2000 gegründet.
  • Im Sommer 2007 stieg die erste Damenmannschaft in die zweite Bundesliga auf, wo sie auch heute immer noch spielt.
  • Aktuell belegt das Team von Trainer Michael Clausen nach 14 Spielen mit 17 Punkten Platz sieben in der Tabelle.
  • Die nächsten Heimspiele finden am kommenden Sonntag, 13. Februar, und am Sonntag, 20. Februar, jeweils ab 14 Uhr im Kurparkstadion statt. Zuerst geht es gegen Victoria Gersten, der einen Platz hinter dem FFC
  • steht, anschließend gegen den FSV Gütersloh.

 

31.01.2011
FFC Oldesloe sichert sich Landestitel

Damit hatten die Organisatoren nicht gerechnet: Bei der Fußball-Hallenlandesmeisterschaft der Frauen in Lübeck waren in Gruppe B drei Teams gleich auf. Der FC Riepsdorf, Olympia Neumünster und TuRa Meldorf hatten nach drei Partien jeweils zwei Punkte und 3:4 Tore auf dem Konto. Kurios: Gruppensieger Holstein Kiel hatte gegen alle Teams mit 2:1 gewonnen, während sich die Mannschaften untereinander jeweils 1:1 trennten. Ein Entscheidungsschießen musste her, das Riepsdorf gewann und ins Halbfinale einzog - unter Protest der Neumünsteranerinnen allerdings, die eine konfuse Turnierleitung kritisierten, die die Regeln zwischen den ersten beiden Schießen kurzerhand änderte. Davon unbetroffen zog der FFC Oldesloe souverän als Sieger der Gruppe A in die Vorschlussrunde ein und sicherte sich am Ende den Titel als Landesmeister mit einem 1:0-Finalerfolg über Zweitliga-Konkurrent Holstein Kiel.

Überhaupt: Der FFC Oldesloe machte von Beginn an deutlich, dass er seiner Favoritenstellung gerecht werden wollte. Souverän besiegte das Team von Trainer Michael Clausen Rot-Schwarz Kiel mit 3:0, machte den Klassenunterschied und die Ambitionen auf den Titel deutlich. Johanna Wöhler, Madeline Gieseler und Kristina Kucharski erzielten die Treffer. Dagegen musste sich Mitfavorit Holstein Kiel in Gruppe B zum Auftakt erheblich strecken. Erst in den letzten drei Minuten drehten die Landeshauptstädterinnen einen 0:1-Rückstand gegen Meldorf noch zum 2:1-Sieg, den die ehemalige Oldesloerin Marialiiza Kranz sicherte.

Der FFC stellte dann früh die Weichen auf Halbfinaleinzug. Bereits nach dem zweiten Spiel der Gruppe A stand das Clausen-Team nach einem 2:1-Sieg gegen Klausdorf praktisch in der Vorschlussrunde. Kucharski und Sarah Begunk sorgten für eine 2:0-Führung, ehe die FFC-Frauen etliche Großchancen herschenkten. So kam Klausdorf kurz vor Schluss noch zum Anschlusstreffer.

Für den zweiten Stormarner Club gab es dagegen im Eröffnungsspiel bereits den ersten Dämpfer: SH-Ligist SSC Hagen Ahrensburg verlor gegen den TSV Klausdorf mit 1:2. Fenja Laur konnte zwar zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen, doch der Siegtreffer der Klausdorferinnen zeichnete sich ab. Erst im zweiten Spiel präsentierte sich der SSC besser, siegte mit 3:1 gegen Rot-Schwarz Kiel. Dörte Gollnest erzielte die 1:0-Führung. Den Ausgleich der ebenbürtigen Kielerinnen steckten die Schlossstädterinnen leicht weg. Maje Stein sorgte für das 2:1 - und plötzlich spielte der SSC überlegen. Lisa Stein-Schomburg setzte in der letzten Minute den Schlusspunkt zum 3:1. Ahrensburg erzwang das Entscheidungsspiel um den Halbfinaleinzug in der letzten Partie - ausgerechnet im Stormarnderby gegen den FFC.

Kucharski, Gieseler und Begunk verwährten dem SH-Ligisten jedoch den Einzug in die Vorschlussrunde. Trotz 1:0-Führung durch Lotte Kuziek unterlagen die Schlossstädterinnen dem Zweitligisten - auch, weil sie sich nach der Führung weit zurück zogen, kaum noch Aktionen nach vorne hatten. Ein Umstand, den Clausen im gesamten Turnierverlauf bemängelte. Das hat Klausdorf gegen uns auch gemacht. Solch eine Spielweise ist enttäuschend und spricht nicht unbedingt für die Qualität des Hallenfußballs, wenn sich eine Mannschaft komplett hinten reinstellt, anstatt schnell nach vorne zu spielen, kritisierte Clausen.

Im Halbfinale traf Oldesloe auf offensiver ausgerichtete Riepsdorferinnen, die so lange Zeit gut mithielten, erst gegen Ende der Partie einbrachen. Bis zur Schlussminute führte Oldesloe lediglich mit 1:0 durch Karina Schneider (10.). Doch mit einem Doppelschlag sicherten Seda Heinrich (14.) und Svenja Fritz (14.) dem FFC den Finaleinzug. Dort wartete Liga-Konkurrent Holstein Kiel. Mit einem frühen Tor von Gieseler (3.) setzte die Clausen-Elf die Kielerinnen unter Zugzwang, doch die Mannschaft fand kein Mittel gegen die flinken und technisch starken Stormarnerinnen. Die größte Möglichkeit für Holstein vereitelte Torfrau Friedrike Wiener mit einer Glanzparade (11.), so dass es vor 400 Zuschauern beim verdienten 1:0-Erfolg blieb.

Als beste Spielerin des Turniers wurde Madeline Gieseler von den anderen Teams gewählt. Torschützenkönigin wurde Tina Hild (vier Treffer) von Holstein Kiel.

24.01.2011
TSV Zarpen verpasst Turniersieg knapp

Erst im Finale musste sich der Frauenfußball-Kreisligist TSV Zarpen beim Regionalturnier des FFC Oldesloe am Freitagabend geschlagen geben. Trotz starker Leistung unterlagen die Schützlinge von Trainer Horst Juhler den schwedischen Gästen von Helsingborg DFF mit 0:1. Bitter, denn das Team um die Ex-Oldesloerin Stefanie Storm hatte leichtfertig den einen oder anderen Hochkaräter liegen gelassen, sich so selbst um den verdienten Lohn eines möglichen Turniersieges gebracht.

Schon in der Gruppe B zeigte der aktuelle Dritte der Kreisliga (Lübeck-Ratzeburg-Stormarn), dass ihnen das Terrain in der mit 250 Zuschauern gut gefüllten Stormarnhalle in Oldesloe liegt. Klar Siege gegen den Kieler MTV (4:1), dem FFC Oldesloe III (4:1), dem VfL Tremsbüttel aus der Kreisklasse A (4:0) und einem All-Star-Team um Christina Möller (3:0) spiegelten diese deutlich wider. Eine ähnliche Dominanz versprühte in der Gruppe A der mit 20 Spielerinnen angereiste schwedische Gast und spätere Turniersieger aus Helsingborg. Ebenfalls ungeschlagen (beim Hauptturnier wurde dieses durch den 3. Platz bestätigt) dominierten die Nordländerinnen.

Mehr Spannung herrschte beim Kampf um den zweiten Platz in der Gruppe B - und der wurde per Neunmeterschießen entschieden. Kurios: Sowohl der FFC, als auch der Kieler MTV waren nach drei Begegnungen punkt- und torgleich. Da auch im letzten Vorrundenspiel nach regulärer Spielzeit kein Sieger feststand, kam es zum Showdown und einem 4:2-Erfolg für den FFC, der sich anschließend auch beim Kick um Platz drei gegen den SV Eichede 2:1 nach Neumeterschießen durchsetzte.

24.01.2011
FFC gewinnt eigenes Hallenturnier

Als Karina Schneider vom Neunmeterpunkt aus zum entscheidenden 3:2 gegen Holstein Kiel traf, kannte der Jubel keine Grenzen. Die rund 300 Fans in der Oldesloer Stormarnhalle klatschten frenetisch Beifall, während Schneider unter einer Jubeltraube begraben wurde. Endlich haben wir mal ein Neunmeterschießen gewonnen, freute sich Trainer Michael Clausen, nachdem der von ihm trainierte FFC Oldesloe das finale Duell der Frauenfußball-Zweitligisten für sich entschieden hatte und damit der Sieg beim eigenen Hallenturnier um den Zurich-Wintercup perfekt war.

Der Gewinn des fünfstündigen Turniers war verdient - aber nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Denn FFC-Coach Clausen hatte betont, dass Aufritte in der Halle ihm nicht besonders wichtig sind. Natürlich wollen wir uns gut präsentieren, wenn möglich auch gewinnen. Aber oberste Priorität hat die Punktrunde in der Zweiten Bundesliga. Die FFC-Kickerinnen ließen indes von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie etwas reißen wollten. Schon in den ersten Gruppenspielen demonstrierten sie eindrucksvoll ihre Ambitionen. Dem Auftaktsieg gegen den schwedischen Vertreter von Stattena IF (1:0), ließ das von Co-Trainer Andre Polchow betreute Team Erfolge gegen die U 23 Holstein Kiels (3:0) und den Mellendorfer TV (7:1) folgen, machte damit souverän den Gruppensieg perfekt. Und auch im Viertelfinale gegen die eigene Reserve bewahrten die Gastgeberinnen kühlen Kopf, setzten sich durch Tore von Madeline Gieseler (3), Gaitana Lippert und Kristin Engel - bei zwei Gegentreffern von Mareike Eitner - mit 5:2 durch.

In der Vorschlussrunde kam es dann überraschend zum Stormarnderby. SH-Ligaaufsteiger SSC Hagen-Ahrensburg hatte sich kontinuierlich gesteigert und verdient den erhofften Sprung (so Trainer Gerhard Gollnest) unter die besten Vier geschafft. Nach dem ersten Dämpfer gegen Holstein Kiel (2:5) hatte der Turnierneuling seine Nervosität bei abgelegt. Maie Stein gelang fünf Sekunden vor dem Ende gegen Helsingborg das goldenen 1:0. Es folgte ein 0:0 im letzten Vorrundenspiel gegen den FFC Oldesloe II - gleichbedeutend mit dem zweiten Platz in der Gruppe A. Doch damit nicht genug: Im Viertelfinale gegen Regionalligist Mellendorfer TV schoss Lisa Stein-Schomburg mit dem einzigen Treffer der Partie ihre Farben ins Halbfinale, wo Gaitana Lippert mit ihrem Tor zum 1:0-Endstand die Ahrensburgerinnen allerdings aus dem Rennen warf. Gewurmt haben dürfte dies SSC-Coach Gerhard Gollnest indes nicht, hatte sich doch seine Befürchtung bewahrheitet, dass seine Schützlinge Probleme mit dem hohen Tempo bekommen würden. Dennoch stellten die Schlossstädterinnen eine Bereicherung des gut organisierten Turniers dar.

Durch das Ausscheiden des SSC kam es somit zum Traumfinale zwischen Holstein Kiel und dem FFC Oldesloe. Beide lieferten sich einen verbissenen Kampf, der letztlich torlos endete, so dass die Entscheidung vom Punkt aus fallen musste. Und während Kiels Rachel Pashley beim ersten Neunmeter die Nerven versagten, präsentierten sich Gieseler, Fritz und Schneider eiskalt und verwandelten die Stormarnhalle damit in ein Tollhaus. So resümierte FFC-Coach Clausen zufrieden: Wir haben souverän gespielt und verdient gewonnen, während seine Schützlinge tanzten und sangen: So sehen Sieger aus.

18.01.2011
FFC Oldesloe verkauft sich teuer

Es sind Duelle, wie es sie auf dem Feld normalerweise nicht gibt: Da steht auf der einen Seite Bianca Schmidt, die nicht nur Europameisterin und U 20-Weltmeisterin ist, sondern auch im diesjährigen Kader für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land steht und zur festen Elf des Champions-League-Siegers und mehrfachen Deutschen Meisters 1. FFC Turbine Potsdam gehört. Und auf der anderen Seite ist beispielsweise die gerade mal 17 Jahre alte Seda Heinrich vom Zweitligisten FFC Oldesloe am Ball. Solche Konstellationen gibt es nicht alle Tage, ein Turnier wie der Nordcup macht es allerdings möglich.

Zum vierten Mal veranstaltete der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) den Nordcup in der Kieler Ostseehalle. Und die Frauen begeisterten am vergangenen Sonntag die rund 3500 Zuschauer beim Budenzauber unter dem Hallendach ähnlich wie einen Tag zuvor die Männer beim 13. Hallenmasters, das Regionalligist VfB Lübeck durch einen 4:3-Finalsieg gegen Ligarivale Holstein Kiel für sich entschieden hatte. Das Teilnehmerfeld mit den beiden norddeutschen Zweitligisten Holstein Kiel und FFC Oldesloe sowie den Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam, Hamburger SV, FCR Duisburg und dem dänischen Erstligisten IK Skovbakken Aarhus, der zum ersten Mal teilnahm, sorgten in der Landeshauptstadt für einen kleinen Vorgeschmack auf die WM im eigenen Land. Schon die Eröffnung des Turniers, das Champions-League-Sieger Turbine Potsdam erwartungsgemäß für sich entschied (6:1 im Finale gegen Duisburg), mit der von Pyrotechnik begleiteten Einlaufzeremonie sorgte für Gänsehautstimmung - vor allem bei den norddeutschen Zweitligisten, die normalerweise vor kaum mehr als einer Handvoll Zuschauern ihre Punktspiele austragen.

Wir sind zwar krasser Außenseiter, dennoch hoffe ich, dass uns eine Überraschung gelingt, hatte Oldesloes Kickerin Gaitana Lippert vor Turnierbeginn gesagt, nicht ahnend, dass dies auch gelingen würde. Zunächst sah es jedoch nicht danach aus. Die Auftaktpartie gegen den Hamburger SV (1:4) ging ebenso deutlich verloren wie das zweite Spiel gegen Turbine Potsdam (0:5). So war das Landesderby gegen Holstein Kiel für die von Michael Clausen gecoachten Oldesloerinnen bereits ein Endspiel. Nach ausgeglichenem Beginn und leichten Feldvorteilen für den FFC nutzte Kiel einen Stellungsfehler nach einer eigentlich bereits geklärten Situation zur 1:0-Führung. Oldesloe agierte zwar leicht überlegen, konnte allerdings keine Torgefahr heraufbeschwören, so dass die Gastgeberinnen keine Mühe hatten, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Das Turnier schien für den FFC gelaufen zu sein. Um sich eine kleine Chance auf den Halbfinaleinzug zu bewahren, bedurfte es schon eines Sieges gegen den aktuellen Tabellendritten der Bundesliga aus Duisburg. Und der FFC erwischte einen Traumstart in die Partie, legte durch Svenja Fritz überraschend die Führung vor. Fortan dominierten die Clausen-Schützlinge das Spiel, mussten allerdings nach einem Fehlpass den Ausgleich schlucken. Das Spiel schien seinen erwarteten Verlauf zu nehmen, als Duisburg mit 2:1 in Führung ging. Aber der FFC Oldesloe hielt dagegen und kam zu Chancen, von denen Svenja Fritz eine zum Ausgleich nutzte, ehe Madeline Gieseler das überraschende 3:2 gelang. Zwar ließ Duisburg nichts unversucht, das Spiel noch zu drehen, biss sich aber an der gut aufgelegten FFC-Keeperin Janice Adu-Gyamfi die Zähne aus, so dass am Ende ein historischer, weil erster Sieg für die Oldesloerinnen zu Buche stand und der Kampf um den Einzug ins Halbfinale wieder völlig offen war. Ein Sieg gegen Aarhus mit zwei Toren Differenz hätte dem Clausen-Team gereicht, um Kiel aus dem Rennen zu kegeln und neben Potsdam, Hamburg und Duisburg in die Vorschlussrunde einzuziehen.

Nach hektischem Beginn und frühem Rückstand besaß zunächst Gaitana Lippert die große Chance zum Ausgleich, scheiterte aber aus spitzem Winkel. Wenig später machte es Sturmpartnerin Madeline Gieseler besser und traf zum 1:1. Oldesloe erhöhte den Druck und kam kurz vor Schluss durch Lippert zum 2:1. Zu mehr aber reichte es nicht, so dass aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs die punkt- und torgleichen Kielerinnen den Sprung ins Halbfinale schafften, während der FFC erneut vorzeitig die Segel streichen musste. Natürlich ist es schade, so knapp auszuscheiden, bilanzierte Svenja Fritz, aber wir gönnen es auch den anderen. Wir haben hier heute ein im Frauenbereich erstklassiges Turnier miterleben dürfen und erstmals zwei Siege gefeiert - das ist doch auch schon ein Erfolg, unterstrich die Mannschaftsführerin des FFC Oldesloe.

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